Die Kommission gegen Gewalt im Sport empfiehlt eine Geldbuße von 20.000 Euro gegen RCD Mallorca – es geht um die Nutzung eines Rednerpults und der einzigen zugelassenen Lautsprecheranlage in der Fankurve. Was bedeutet das für Verein, Fans und Sicherheitskultur in Son Moix?
Eine Geldstrafe von 20.000 Euro für RCD Mallorca und die offene Debatte ums Fansein in Son Moix. Ist die vorgeschlagene Strafe eine angemessene Antwort auf die Vorwürfe, oder verpasst die öffentliche Debatte die eigentlichen Probleme?
Die Kommission, die sich mit Gewalt und Extremismus im Sport befasst, schlägt eine Finanzsanktion von 20.000 Euro gegen RCD Mallorca vor. Der Vorwurf: Der Club habe einem Mitglied der Gruppe Supporters Mallorca erlaubt, das Rednerpult und die Lautsprecheranlage in Son Moix zu nutzen. Die Gremien werten das als Verstoß gegen das Gesetz gegen Gewalt und Extremismus im Sport.
Es ist die dritte Empfehlung dieser Art gegen den Verein seit Ende 2023. Lautsprecher in einer Fankurve können Inhalte verbreiten, die über reine Stimmungsmache hinausgehen. Wenn die Kommission davon ausgeht, dass es sich dabei um Unterstützung für eine radikale Gruppierung handelt, ist ihre Reaktion verständlich. Gleichzeitig stellt sich die Frage, welche Rolle der Verein aktiv oder passiv gespielt hat und wie klar die Regeln für den Umgang mit Fangruppen sind.
Die Linie zwischen Fankultur und problematischen Strukturen ist schwer zu ziehen. Einerseits Stadiontraditionen wie Trommeln, Gesänge und Fahnen, andererseits organisierte Strukturen, die Raum für Extremismen bieten können. Die Kommission macht einen konkreten Vorwurf: Zugang zu Bühne und Verstärker. Doch hier fehlt eine transparente Darstellung, wie diese Protektion technisch und organisatorisch ermöglicht wurde. War es ein genehmigter Akt des Vereins, ein Versagen der Ordner oder eine Lücke in den Regularien?
Die Strafe mag abschreckend wirken. Aber Abschreckung allein ändert wenig, wenn die Ursachen unbehelligt bleiben: mangelhafte Zutrittskontrollen, unklare Verantwortlichkeiten zwischen Verein und Fanbeauftragten, fehlende Schulung von Ordnern und kaum überprüfbare Absprachen mit organisierten Fangruppen.
Quelle: Agenturen



