Am 23. Februar 1981 wurde die junge spanische Demokratie auf eine harte Probe gestellt. Was als scheinbar gewöhnlicher Tag im Parlament begann, verwandelte sich in eine historische Nacht, die Spanien für immer prägen sollte.
Es ist nun 45 Jahre her, dass Oberstleutnant Antonio Tejero mit einer Gruppe bewaffneter Guardia Civil-Beamter in den Abgeordnetenkongress in Madrid stürmte. Während die Volksvertreter über die Ernennung eines neuen Premierministers abstimmten, hallten plötzlich Schüsse durch den Saal. Die Putschisten versuchten mit Gewalt, den demokratischen Übergang nach der Franco-Diktatur zu beenden.
Die Bilder von Tejero mit gezogener Pistole gingen um die Welt. Die Abgeordneten versteckten sich unter ihren Bänken, während einige, darunter Premierminister Adolfo Suárez und General Gutiérrez Mellado, als Zeichen des Widerstands sitzen blieben. Diese Momente wurden zu Symbolen für Mut und Entschlossenheit.
Außerhalb des Parlaments herrschte große Unsicherheit. Viele Spanierinnen und Spanier blieben in dieser Nacht am Radio und Fernsehen hängen, aus Angst, das Land könnte in eine Militärdiktatur zurückfallen. Die Lage blieb stundenlang angespannt und unklar.
Die entscheidende Wende kam am frühen Morgen des 24. Februar. König Juan Carlos I. erschien in Militäruniform im Fernsehen und sprach sich klar gegen den Staatsstreich aus. Er bekräftigte seine Unterstützung für die Verfassung und forderte die Armee auf, der demokratischen Ordnung treu zu bleiben. Seine Botschaft erwies sich als entscheidend.
Letztendlich scheiterte der Putsch und die Verantwortlichen wurden verhaftet und verurteilt. Der als 23F bekannte Vorfall wurde zu einem Wendepunkt in der jüngeren Geschichte Spaniens. Er stärkte das Vertrauen in die demokratischen Institutionen und zeigte, dass eine Mehrheit der Armee und der Bevölkerung die Demokratie verteidigen wollte.
Jetzt, 45 Jahre später, wird erneut an diese historische Nacht erinnert. Für viele Spanier ist 23F nicht nur eine Erinnerung an Angst und Unsicherheit, sondern auch an die Kraft einer Gesellschaft, die sich für Freiheit und Demokratie entschieden hat.
Quelle: Agenturen





