51 Milliarden Euro „Steuerverlust“ durch verschwiegene Einkommen?

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Der spanische Staat könnte im Jahr 2022 möglicherweise enorme Steuereinnahmen entgehen lassen. Laut einem neuen Bericht des Thinktanks Fedea handelt es sich um maximal 51 Milliarden Euro an Einkünften, die nicht in der Einkommenssteuererklärung angegeben wurden. Dabei handelt es sich um Geld, das zwar verdient, aber nicht beim Finanzamt gemeldet wurde.

Die Forscher haben die Differenz zwischen den offiziellen Angaben der Steuerzahler und dem tatsächlichen Einkommen gemäß den Wirtschaftsdaten untersucht. Dazu wurden Daten aus den regionalen Konten Spaniens für den Zeitraum von 2003 bis 2022 herangezogen. Im letzten Jahr sollen etwa 112 Milliarden Euro an Einkünften nicht erfasst worden sein.

Diese Differenz führt zu einer großen Steuerlücke. Je nach Berechnungsmethode bedeutet dies, dass der spanische Fiskus zwischen 21 und 51 Milliarden Euro weniger eingenommen hat, als möglich gewesen wäre. Im extremsten Fall entspricht dies fast der Hälfte aller Einkünfte aus der Einkommensteuer.

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Umgerechnet auf die Wirtschaft insgesamt handelt es sich um einen Betrag zwischen 2 und fast 4 Prozent des spanischen Bruttoinlandsprodukts. Das macht deutlich, wie groß das Problem ist und wie viel Geld dem Staat für Bereiche wie Gesundheitswesen, Bildung und Infrastruktur entgeht.

Die Steuerbehörde führt zwar Kontrollen durch und kann so jedes Jahr einen Teil des Geldes doch noch einziehen. Im Jahr 2022 waren es fast 10 Milliarden Euro. Selbst mit diesen zusätzlichen Einnahmen bleibt der Nettoverlust jedoch hoch und kann sich auf über 41 Milliarden Euro belaufen.

Dem Bericht zufolge liegen die größten Probleme bei Einkünften aus selbständiger Tätigkeit und Immobilien. Lohneinkünfte werden in der Regel besser angegeben, da dort bereits Steuern durch die Arbeitgeber einbehalten werden. Selbständige und Vermieter haben mehr Spielraum, Einkünfte zu verschweigen.

Fedea betont, dass nicht alle Unterschiede automatisch bedeuten, dass Betrug begangen wurde. Manchmal spielen auch Messunterschiede oder Steuerhinterziehung eine Rolle. Dennoch zeigt die Untersuchung, dass die Steuerlücke trotz Verbesserungen in den letzten zwanzig Jahren immer noch groß ist.

Quelle: Agenturen