Nach einem langwierigen juristischen Streit wurden in der Gemeinde Sencelles auf Mallorca die letzten Bewohner einer illegalen Siedlung aus Fertighäusern an der alten Straße nach Sineu geräumt. Die Bewohner verließen die Grundstücke freiwillig, nachdem ein gerichtlicher Räumungsbefehl vorlag. Die Siedlung bestand aus mehreren parzellierten Grundstücken, die vor etwa fünf Jahren von einem Mann vermietet wurden, der jedoch nicht Eigentümer des Landes war.
Der mutmaßliche Betrüger hatte ein rund 11.000 Quadratmeter großes Grundstück in mehrere Parzellen aufgeteilt und diese weitervermietet, obwohl er nicht das Besitzrecht innehatte. Viele der Bewohner sehen sich selbst als Opfer dieses Täuschungsmanövers. Während der Räumung war auch der wahre Eigentümer des Geländes anwesend, der ebenfalls Opfer der betrügerischen Machenschaften ist und den Rechtsstreit gegen den Beschuldigten führte.
Die Angelegenheit begann 2021 mit Anzeigen der Stadtverwaltung Sencelles und rund fünfzig Anwohnern. Die zuständige städtebauliche Kontrollbehörde, die Agència de Defensa del Territori (ADT), schaltete die Staatsanwaltschaft ein, nachdem der Bauträger sich weigerte, die Siedlung abzubauen. Im Mai 2023 leitete die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen den Bauträger wegen Verstößen gegen die Raumordnung ein, da er Parzellen auf nicht bebaubarem Land illegal geteilt und vermarktet hatte.
Ein weiterer Höhepunkt war im April 2024 die Versiegelung eines neuen Bauwerks in der Siedlung durch die ADT, die kurz darauf von unbekannten Personen entfernt wurde. Zudem wurde der Bauträger wegen Beleidigung des Bürgermeisters verurteilt, den er während des Wahlkampfs 2023 mit einem Transparent als „korrupt“ bezeichnet hatte. Ihm wurde eine Geldstrafe von 119.000 Euro auferlegt.
Die Räumung der Siedlung und der Abriss der Häuser setzen einen Schlusspunkt unter diesen langwierigen Fall, doch in der Region existiert eine weitere Siedlung mit ähnlichen Problemen, die weiterhin im Fokus der Behörden steht.
Quelle: Agenturen





