Swimmingpool-Boom auf Mallorca: Ökologisches und städtebauliches Problem

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Auf Mallorca entstehen seit Jahren in alarmierendem Tempo neue Schwimmbäder. Zwischen 2015 und 2024 wurden insgesamt 10.680 Schwimmbäder gebaut, was durchschnittlich 23 neue Schwimmbäder pro Woche entspricht. Diese Entwicklung wurde in einer Studie von Terraferida aufgezeigt, die ein dringendes Moratorium zum Bau solcher Anlagen fordert.

Rund 70 Prozent dieser Schwimmbäder befinden sich auf städtischem Gebiet, während der Rest auf landwirtschaftlichen Flächen errichtet wurde. Die Studie zeigt auch, dass der Schwimmbad-Bau eng mit dem Immobilienmarkt verknüpft ist: Ein Schwimmbad steigert den Wert einer Immobilie und macht sie attraktiv für Touristenvermietungen. Besonders in ländlichen Gebieten führt das zu einer starken Flächenversiegelung und dem Verlust wichtiger Landwirtschafts- und Forstflächen.

Ein weiteres gravierendes Problem ist der enorme Wasserverbrauch, der mit der Pflege der Schwimmbäder und den umliegenden Rasenflächen einhergeht. So verbraucht eine Villa mit 600 Quadratmetern Rasenfläche jährlich bis zu 480 Tonnen Wasser, was etwa 48 Lkw-Ladungen entspricht. Auf einer Insel, die im Sommer oft unter Wasserrestriktionen leidet, stellt dies eine erhebliche Belastung der Wasserressourcen dar.

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Die Gemeinden Palma, Marratxí und Calvià führen die Liste der Orte mit den meisten neuen Schwimmbädern an, während Ariany im Verhältnis zur Einwohnerzahl den höchsten Schwimmbad-Dichtewert aufweist. Insgesamt gibt es auf den Balearen etwa 79.588 legale Schwimmbäder, wobei Schätzungen zufolge noch bis zu 20.000 illegale Anlagen hinzukommen.

Angesichts dieser Entwicklungen fordern Experten und Umweltorganisationen ein sofortiges Ende der Genehmigungen für private Schwimmbäder, insbesondere in ländlichen Gebieten. Nur öffentliche Schwimmbäder sollten noch erlaubt sein, um den ökologischen Schaden zu begrenzen und die Wasserressourcen zu schützen. Der Schwimmbad-Boom auf Mallorca zeigt eindrücklich, wie städtebauliche Trends und der Tourismus Druck auf Umwelt und Infrastruktur ausüben und dringenden Handlungsbedarf erfordern.

Quelle: Agenturen