Die Kanarischen Inseln stehen vor einem wachsenden Problem: Die Zahl der Mietwagen steigt rasant, was zu spürbarer Verkehrsbelastung und Diskussionen über nachhaltigen Tourismus führt. Die Inselregierung prüft nun konkrete Maßnahmen, um diese Entwicklung zu regulieren.
Der aktuelle Entwurf der Estrategia de Movilidad Sostenible e Inteligente de Canarias (EMSICAN) macht deutlich, wie groß der Anteil der Mietwagen an den Neuzulassungen ist: Im Jahr 2024 entfielen 36 Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge auf Mietwagenfirmen – und der Trend zeigt weiter nach oben. Besonders Gran Canaria verzeichnet mit über 10.000 Zulassungen die höchsten Werte, aber auch kleinere Inseln wie El Hierro und Lanzarote weisen hohe Quoten auf.
Die Gründe für die geplante Begrenzung liegen auf der Hand: Über 60 Prozent der touristischen Fahrten zu Sehenswürdigkeiten erfolgen mit privaten Fahrzeugen, meist Mietwagen. Der daraus resultierende Verkehr belastet die Infrastruktur, insbesondere die Hauptstraßen der Inseln. Die Verfasser des Plans sprechen von einem „auffälligen und unkontrollierten Wachstum“ der Mietwagenflotten.
Ein Blick nach Ibiza zeigt, wie eine Obergrenze aussehen kann: Dort wurde im Sommer eine Maximalzahl für Mietwagen festgelegt, was sofortige Auswirkungen auf Preise und Verfügbarkeit hatte. Die Kanaren überlegen, diesem Beispiel zu folgen – jedoch ist eine konkrete Quote bislang nicht im Entwurf enthalten. Stattdessen wird eine stärkere Regulierung und der verstärkte Einsatz von Elektrofahrzeugen durch Vermieter angeregt.
Für Touristinnen und Touristen bedeutet das: Wer 2025 auf den Kanaren ein Auto mieten möchte, wird vorerst keine Veränderungen bemerken. Die Debatte ist jedoch eröffnet – und könnte mittelfristig das Reiseerlebnis sowie die Mobilität auf den Inseln nachhaltig prägen.
Quelle: Agenturen





