Waldbrände sind eine zunehmende Bedrohung für die Mittelmeerregion. Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska hat deshalb von der EU konkrete Unterstützung gefordert: Ein Luftwaffenstützpunkt und ein Kompetenzzentrum auf Mallorca sollen die Brandbekämpfung im westlichen Mittelmeerraum stärken.
Bei einem Treffen in Brüssel warb Grande-Marlaska bei EU-Kommissarin Hadja Lahbib für diesen Ansatz. Seine Argumente: Spanien verfüge über eine der größten Löschkapazitäten Europas und nehme dank günstiger geografischer Lage eine Schlüsselrolle in der Brandbekämpfung ein. Über 80 Prozent der Waldbrandflächen in Europa entfielen 2026 auf Spanien, Italien, Frankreich und Portugal– das unterstreicht die Dringlichkeit gemeinsamer Strategien.
Der geplante Stützpunkt würde eine schnellere und koordinierte Reaktion bei Waldbränden ermöglichen.
Er soll Teil des EU-Katastrophenschutzmechanismus und einer künftigen europäischen Feuerwehrflotte werden.
Die Finanzierung und Ausgestaltung ist noch offen; der Minister fordert entsprechende Mittel für den Zeitraum 2028–2034.
Unterstützung erhält die Initiative von den neun MED-9-Ländern, die bei einem Treffen in Split Einigkeit signalisierten. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen steht dem Projekt positiv gegenüber, doch die Details sind offen. Grande-Marlaska mahnt angesichts wachsender Katastrophen den schnellen Start des Vorhabens an, ohne nationale Kompetenzen auszuhebeln – die Führung soll bei zivilen Behörden liegen.
Die Verlagerung hin zu gemeinsamer Prävention und flexibler europäischer Hilfe zeigt: In Zeiten zunehmender Naturkatastrophen sind überregionale Kooperation und schnelle Reaktionsfähigkeit wichtiger denn je. Wie die EU darauf antwortet, kann entscheiden, wie gut Europa künftig Brände, Überschwemmungen und Erdbeben meistert.
Quelle: Agenturen





