Spaniens Vielfalt spiegelt sich nicht nur in Landschaft und Kultur wider, sondern auch in der Nutzung seiner Wohnimmobilien. Während Millionen dauerhaft im Land leben, sind Zweitwohnsitze und Ferienwohnungen längst zu einem prägenden Teil der Wohnrealität geworden – vor allem in Regionen, die von Tourismus und dem Wunsch nach Sonne und Meer leben.
Laut den neuesten Zahlen des Instituto Nacional de Estadística gibt es in Spanien rund 18,5 Millionen Hauptwohnsitze. Doch knapp 8 Millionen Wohnungen werden entweder saisonal bewohnt, stehen leer oder dienen zur kurzfristigen Vermietung. Allen voran die Provinz Alicante: Sie verzeichnet mit fast 596.000 nicht dauerhaft genutzten Wohnungen einen beachtlichen Wert. Ähnlich hoch sind die Zahlen in Valencia, Madrid, Barcelona und Málaga. Insbesondere Küstenregionen und die Inseln zeigen, wie stark das Thema Zweitwohnsitz und Ferienwohnung mit dem Image des Landes als Urlaubsziel verknüpft ist.
Bei den Ferienwohnungen setzt Málaga mit über 45.000 gelisteten Objekten auf digitalen Plattformen die Maßstäbe, dicht gefolgt von Alicante und Las Palmas. In Regionen wie Katalonien, Andalusien oder auf den Balearen prägt der Tourismus zunehmend das Stadtbild – wo kurzfristig an Touristen vermietet wird, werden Mietwohnungen für Einheimische oft zur Mangelware.
Die Debatte um bezahlbares Wohnen ist in Spanien aktueller denn je: Während Investoren und Feriengäste Chancen nutzen, stehen viele Familien vor der Frage, ob ein Eigenheim oder bezahlbare Miete in Reichweite liegen. Die Politik sucht nach Lösungen, denn nicht nur Ferienwohnungen, sondern auch Leerstände und Spekulation verschärfen die Situation. Spaniens Wohnlandschaft bleibt somit ein Spiegelbild wirtschaftlicher, demografischer und gesellschaftlicher Entwicklungen – und zeigt, wie stark Wohnen zur zentralen sozialen Frage geworden ist.
Quelle: Agenturen





