Im spanischen Kongress spitzen sich die Ereignisse rund um die geplanten Wohnungsbaudekrete zu. Die anstehende Abstimmung am Tag nach dem landesweiten Generalstreik und unmittelbar vor Beginn des Wahlkampfs verleiht der Thematik eine besondere politische Brisanz.
Kern des Streits sind zwei Gesetzesverordnungen, die der Ministerrat am 6. Oktober verabschiedet und am 7. Oktober im Staatsanzeiger veröffentlicht hat. Während das eine Dekret sofort in Kraft trat – es enthält Maßnahmen wie ein vorübergehendes Verbot von Zwangsräumungen für schutzbedürftige Mieter, steuerliche Vorteile sowie spezielle Kredite für Erstwohnungsbesitzer – ist das zweite Dekret besonders umstritten. Es sieht eine automatische, unbefristete Verlängerung von Mietverträgen vor, ausgenommen in bestimmten Ausnahmefällen, und sollte erst ab dem 15. November gültig sein.
Die politische Mehrheit für diese Dekrete ist fragil: Im Ständigen Ausschuss des Kongress verfügen die Oppositionsparteien PP, Vox und Junts zusammen über 34 Stimmen, während die restlichen Fraktionen auf 35 Stimmen kommen. Beim Mietverlängerungsdekret wird jedoch mit einem Patt gerechnet, da hier die PNV gegen den Vorschlag stimmen will – ein Scheitern des Gesetzes scheint somit wahrscheinlich.
Parallel spitzen sich die Debatten um die politische Verantwortung zu. Noch vor der entscheidenden Abstimmung könnte der Vorsitzende der Regierung, Pedro Sánchez, im Ausschuss zu einer Erklärung bezüglich der marokkanischen Marineschiffe in spanischen Gewässern geladen werden, ein Thema, das auch in Zusammenhang mit irregulären Migrationen steht.
So zeigt dieses Ringen um die Dekrete, wie sehr politische Weichenstellungen oft mit Wahlkampfstrategien und gesellschaftlichen Krisen verflochten sind. Die unmittelbare Zukunft des Wohnungsbaus in Spanien sowie wichtige Fragen der parlamentarischen Kontrolle stehen auf dem Spiel.
Quelle: Agenturen





