Der September 2026 markierte einen beispiellosen Wendepunkt in der spanischen Klimageschichte: Noch nie zuvor wurde eine solch hohe Durchschnittstemperatur in diesem Monat gemessen. Mit durchschnittlich 22,5 Grad Celsius lag der Wert beachtliche 3,4 Grad über dem langjährigen Mittel und übertraf damit sogar den bisherigen Rekord aus dem Jahr 1987 um 0,7 Grad. Besonders eindrucksvoll: Zum ersten Mal war ein September durchschnittlich wärmer als der normale spanische Sommer.
Hauptursache für diese anhaltende Hitze waren mehrere ausgeprägte Hitzewellen. Zwischen dem 2. und 7. September wurde das spanische Festland und die Balearen von einer solchen Extremwetterlage heimgesucht. Einzelne Messstationen wie Morón de la Frontera erfassten am 3. September bis zu 44,4 Grad. Auch die Nächte waren außergewöhnlich mild; an vielen Stationen wurde sogar die höchste nächtliche Septembertemperatur seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichnet.
Spanien erlebte nicht nur Wärme, sondern auch markante Trockenheit. Im Landesdurchschnitt fielen lediglich 15,9 Millimeter Niederschlag, was nur 36 Prozent der üblichen Monatsmenge entspricht. Trotz dieser Trockenheit führten vereinzelte Starkregenfälle lokal zu Überschwemmungen und sorgten für Aufsehen, etwa in Valencia mit nahezu 72 Millimetern Niederschlag an nur einem Tag.
Die Auswirkungen der Klimakrise werden greifbar. Der spanische Wetterdienst AEMET geht davon aus, dass auch der weitere Herbst wärmer als üblich bleibt. Dass das Mittelmeer ungewöhnlich warm ist, begünstigt zusätzliche Extremwetter wie die gefürchtete „gota fría“ an der Ostküste.
Spaniens September 2026 steht somit sinnbildlich für die Herausforderungen eines sich rasant wandelnden Klimas – und erinnert daran, wie eng Wetterextreme und langfristige Veränderungen zusammenhängen.
Quelle: Agenturen




