Das Innenministerium hat eine bedrohliche Entwicklung festgestellt: Auf einer Website aus dem Umfeld des sogenannten „Islamischen Staates“ wurde ein Aufruf zu Angriffen auf Polizisten und Demonstranten während laufender Proteste in mehreren europäischen Ländern, darunter Spanien, entdeckt. Dieser Aufruf geht weit über bloße Worte hinaus und enthält detaillierte Anleitungen zur Durchführung von Anschlägen, einschließlich der Verwendung von Sprengstoffen und Messern.
Im Rahmen routinemäßiger Cyberüberwachung wurde die Warnung frühzeitig erkannt. Das Koordinierungsbüro für Cybersicherheit (OCC) teilte mit, dass der Beitrag gezielt aktuelle Proteste als „seltene Chance“ für Attentate bezeichnet. Die Täter werden dabei ermutigt, die Menschenmenge und das beanspruchte Einsatzspektrum der Polizei gezielt auszunutzen, da Sicherheitskräfte in solchen Situationen laut den Verfassern „leichte Beute“ würden. Die Details reichen von Empfehlungen zum Überfahren von Menschenmengen bis hin zu spezifischen Hinweisen zur Wahl der Tatwaffe und potenziell tödlichen Angriffszielen am Körper.
Die Gefahr wird auch institutionell ernst genommen: Seit dem 17. Oktober 2023 gilt in Spanien die Terrorwarnstufe 4 von 5. Über besondere Koordinations- und Nachrichtendienststellen wie CITCO und das OCC überwachen Experten gemeinsam mit der Nationalpolizei und der Guardia Civil systematisch einschlägige Seiten und soziale Netzwerke. Ihre Bemühungen zeigten Erfolge – allein 2026 wurden in 23 Provinzen 47 Anti-Terror-Operationen durchgeführt und 86 mutmaßliche Täter festgenommen.
Das aktuelle Beispiel macht deutlich, wie wichtig kontinuierliche Überwachung und zügiges Handeln im digitalen Raum sind, um extremistischer Propaganda und potenziellen Anschlagsplänen frühzeitig zu begegnen. Die Zusammenarbeit staatlicher Sicherheitsorgane bleibt hierbei entscheidend, um demokratische Gesellschaften und ihre Bürgerinnen und Bürger zu schützen.
Quelle: Agenturen





