Die Balearen liegen derzeit wie eine Insel der Hoffnung im westlichen Mittelmeer, während um sie herum ein ökologisches Problem rasant wächst: die Ausbreitung der invasiven Algenart Rugulopteryx okamurae, besser bekannt als die „asiatische Alge“.
Diese Alge, erstmals 2016 in Spanien wissenschaftlich identifiziert, hat in weniger als einem Jahrzehnt die meisten Küsten des westlichen Mittelmeers erobert. Staaten wie Frankreich, Italien, Algerien und weite Teile Spaniens kämpfen jährlich mit Tonnen dieses Eindringlings. Die Balearen sind bislang verschont geblieben – zumindest offiziell. Die Botanikprofessorin María Altamirano warnt jedoch: Die Tatsache, dass sie noch nicht nachgewiesen wurde, heißt nicht, dass sie nicht bereits da ist.
Besonders besorgniserregend ist, dass Rugulopteryx okamurae die berühmten Seegraswiesen der Posidonia beeinträchtigt. Diese sind nicht nur Lebensraum vieler Arten, sondern zentrale Stütze für das gesamte marine Ökosystem des Mittelmeers. Die „asiatische Alge“ verdrängt andere Arten, verringert die Biodiversität drastisch und gefährdet natürliche Erneuerungsprozesse.
Die Ursache für diese Invasion liegt vor allem im internationalen Schiffsverkehr sowie der Meeresaquakultur. Ballastwasser und verunreinigte Schiffsrümpfe sind entscheidende Übertragungswege. Trotz manueller Entfernungsversuche bleibt die Ausbreitung ein kaum einzudämmendes Problem, solange Prävention und schnelle Reaktion nicht konsequent umgesetzt werden.
Für die Balearen bedeutet das: Mehr Überwachung, besonders in Häfen, an Molen und Wellenbrechern, sowie gezielte Aufklärung aller, die mit dem Meer in Kontakt stehen. Nur durch koordinierte Maßnahmen und internationale Zusammenarbeit lässt sich verhindern, dass dieses ökologische Risiko auch die balearischen Gewässer langfristig verändert.
Quelle: Agenturen





