Die Posidonia-Seegraswiesen rund um die Baleareninseln sind ein ökologischer Schatz: Sie bieten Lebensraum für zahlreiche Meerestiere, sorgen für klares Wasser und speichern erhebliche Mengen CO2. Doch seit Jahren bedrohen unsachgemäß gesetzte Anker von Freizeitbooten diese empfindlichen Ökosysteme. Ein aktueller Bericht belegt nun deutliche Fortschritte beim Schutz der Seegraswiesen.
Laut den jüngsten Zahlen der balearischen Regierung lagen im Jahr 2024 nur noch 4 % der kontrollierten Boote mit Anker oder Kette über Posidonia – der niedrigste Stand seit Beginn der Kontrollen 2018. Damals lag der Anteil noch bei stolzen 17,3 %. Besonders auf Ibiza ist die Verbesserung bemerkenswert: Der Anteil sank dort von 21,3 % auf 10 %. Formentera weist sogar den niedrigsten Wert im Archipel auf, mit nur 1,5 % fehlerhaften Ankerplätzen.
Mehr als 137.000 Ankerplätze wurden 2024 kontrolliert; bei 5.510 musste sofort eingegriffen werden.
Die Überwachung und Aufklärung – wie die Beratung von über 11.000 Bootsbesatzungen – zeigt Wirkung.
Die Zahl der Beanstandungen auf Mallorca fiel seit 2018 von 32,2 % auf 5,2 %.
Mit dem Projekt „Posidonia 2030“ investieren die Balearen künftig 5 Millionen Euro in Beobachtung, Aufklärung und Kontrolle. Verbesserte Überwachungsdienste, wissenschaftliche Begleitung und jährliche Bildungsmaßnahmen sollen die positiven Entwicklungen sichern und weiter ausbauen.
Der Balanceakt zwischen wachsendem Bootstourismus und Schutz der Meeresnatur gelingt mittlerweile deutlich besser. Werden die Bemühungen fortgesetzt, können die Seegraswiesen auch für kommende Generationen erhalten bleiben – ein gutes Beispiel für effektiven Naturschutz in einer beliebten Urlaubsregion.
Quelle: Agenturen




