Spaniens größter Gletscher zerbricht – ein dramatisches Zeichen des Klimawandels

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Mitten in den majestätischen Pyrenäen erlebt Spaniens einst mächtiger Gletscher, der Aneto, einen beispiellosen Zerfall: Im Messjahr 2025–2026 ist das Eis nun in vier Teile gebrochen. Forschende der Gruppe CryoPyr dokumentieren seit 2012 jährlich die Entwicklung – doch so dramatisch wie dieses Jahr zeigte sich der Eisverlust selten.

Trotz außergewöhnlicher Schneemengen im Frühling 2026 verlor der Aneto durchschnittlich 2,4 Meter an Dicke; an den sensibelsten Stellen waren es sogar 4,8 Meter. Noch deutlicher wird der dramatische Wandel beim Blick auf frühere Zahlen: Im Vorjahr betrug der mittlere Verlust etwa einen Meter. Auch die benachbarten Gletscher (wie Maladeta, Ossoue und Monte Perdido) schrumpften weiter. Lediglich der kleine Llardana-Gletscher kam vergleichsweise glimpflich davon – verliert aber ebenfalls Meter um Meter.

Warum hilft selbst so viel Neuschnee nicht? Die Erklärung ist ernüchternd: Schnee schützt das darunterliegende Eis nur kurzfristig. Schlägt die Sommerhitze zu, schmilzt zunächst der Schnee, dann greift die Sonne das blanke Eis an. Daher ist ein schneereiches Frühjahr keine Garantie für das Überleben der Gletscher.

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Den Experten des Instituto Pirenaico de Ecología zufolge verbleiben in den Pyrenäen nur noch 15 Gletscher mit zusammen 143 Hektar Eis – 1980 waren es noch über 800 Hektar. Auf dem Aneto selbst existieren laut neuesten Erhebungen nur noch 30 Hektar aktives Eis. Die Prognose ist bitter: In spätestens 20 Jahren könnten Spaniens Gletscher Geschichte sein.

Der Zerfall des Aneto ist weit mehr als eine regionale Kuriosität – er steht sinnbildlich für ein dramatisch beschleunigtes Abschmelzen alpiner Gletscher in ganz Europa und mahnt, wie dringend der Schutz sensibler Ökosysteme ist.

Quelle: Agenturen