Acht Rechtsextremisten in Deutschland festgenommen

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Die deutsche Polizei hat acht mutmaßliche Mitglieder einer rechtsextremen Gruppe verhaftet, die sich von rassistischer Ideologie und Verschwörungstheorien leiten lassen und die sich darauf vorbereitet hatten, zu den Waffen zu greifen und den Sturz des deutschen Staates herbeizuführen, so die Staatsanwaltschaft am Dienstag (05.11.2024).

Die Nachricht von den Verhaftungen kam zu einem Zeitpunkt, als ein 450 Mann starker Polizeieinsatz im Gange war, um die Gruppe zu zerschlagen, die von den Staatsanwälten als „Sächsische Separatisten“ bezeichnet wird und das Akronym SS trägt, das dem der Nazi-Elitemiliz entspricht. „Unsere Sicherheitsbehörden haben damit frühzeitig Putschpläne von Rechtsterroristen vereitelt, die den ‚Tag X‘ herbeisehnten, um die Menschen und unseren Staat mit Waffengewalt anzugreifen“, sagte Innenministerin Nancy Faeser in einer Erklärung.

Spiegel Online berichtet, dass es sich bei einem der Verdächtigen um einen Politiker der nationalistischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) in Ostdeutschland handelt.

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Dies wäre der zweite Putschversuch, der in den letzten Jahren in Deutschland aufgedeckt wurde. Im Jahr 2022 wurde die so genannte „Reichsbürger“-Bewegung aufgedeckt, die von einem Möchtegern-Fürsten angeführt wurde, der den Staat stürzen und eine provisorische Regierung einsetzen wollte – ein Fall, der Deutschland aufgrund der Detailliertheit seines Netzwerks und seiner Planung schockierte.

Die Gruppe, gegen die sich die Operation vom Dienstag richtete, wurde spätestens im November 2020 gegründet, so die Bundesanwaltschaft in einer Erklärung. „Es handelt sich um eine bewaffnete Gruppe von 15 bis 20 Personen, deren Ideologie durch rassistisches, antisemitisches und teilweise apokalyptisches Gedankengut geprägt ist“, heißt es in der Erklärung weiter.

In der Überzeugung, dass Deutschland auf den für einen unbestimmten „Tag X“ prophezeiten Zusammenbruch von Staat und Gesellschaft zusteuert, haben die Mitglieder der Gruppe nach Angaben der Ermittler trainiert, mit Gewalt ein neues, vom Nationalsozialismus inspiriertes System im Osten des Landes zu errichten. „Wenn nötig, sollen unerwünschte Personengruppen durch ethnische Säuberung aus dem Gebiet vertrieben werden“, heißt es in der Erklärung.

Die Staatsanwälte erklärten, sie hätten eine paramilitärische Ausbildung absolviert, die sich auf den Krieg in Städten, den Umgang mit Schusswaffen, Nachtmärsche und Patrouillen konzentrierte. Die Gruppe hatte auch militärische Ausrüstung wie Tarnanzüge, Kampfhelme, Gasmasken und kugelsichere Westen erworben.

Die polnische Agentur für innere Sicherheit teilte mit, dass sie den mutmaßlichen Rädelsführer und Gründungsmitglied Jörg S., 23, in der polnischen Grenzstadt Zgorzelec nach monatelanger Zusammenarbeit zwischen polnischen und deutschen Behörden festgenommen habe. Die deutschen Staatsanwälte identifizierten einige der anderen Festgenommenen als Jörn S., Karl K. und Norman T., im Einklang mit der deutschen Justizpraxis, keine Nachnamen zu veröffentlichen.

Zwei der Verdächtigen gehören einer Familie an, die in Österreich als rechtsextremistisch bekannt ist, wie Spiegel Online berichtet. Sieben der Verdächtigen wurden in und um die ostdeutschen Städte Leipzig, Dresden und Meißen festgenommen.

Der Spiegel berichtet, dass einer der Verdächtigen, der als Kurt H. identifiziert wurde, ein AfD-Politiker in Ostsachsen war, wo die Partei im September knapp die Landtagswahl gewonnen hatte. Laut der Website der Stadt Grimma in der Nähe von Leipzig ist er ein gewähltes Mitglied des Stadtrats.

Laut Spiegel ist er seit Oktober auch Schatzmeister der sächsischen AfD-Jugendorganisation Junge Alternative“.

Die AfD-Bundesgeschäftsstelle und der Leipziger Ortsverband reagierten nicht sofort auf eine Reuters-Anfrage nach einer Stellungnahme. Laut Spiegel war der Verteidiger von Kurt H. für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Alle acht müssen sich wegen Beteiligung an einer inländischen terroristischen Vereinigung verantworten. Einige von ihnen werden als Jugendliche strafrechtlich verfolgt, da sie noch im Teenageralter sind. Es wird erwartet, dass die Verdächtigen in den nächsten Stunden einem Richter vorgeführt werden.

Quelle: Agenturen