Ärzte in ganz Spanien haben angekündigt, ab Februar jeden Monat eine Woche lang zu streiken. Mit diesen Aktionen wollen sie Druck auf das Gesundheitsministerium ausüben, weil die geplante Reform des sogenannten Estatuto Marco ansteht. Das ist das Gesetz, das die Arbeitsbedingungen im öffentlichen Gesundheitswesen regelt.
Die Streiks beginnen am 16. Februar und dauern bis Juni. In jedem Monat legen die Ärzte fünf Tage lang die Arbeit nieder. Nach Angaben der Gewerkschaften ist dies nur die erste Phase der Proteste, und die Aktionen können weiter ausgeweitet werden, wenn keine Lösungen gefunden werden.
Sechs medizinische Berufsverbände haben gemeinsam die Initiative ergriffen. Sie sind der Meinung, dass der aktuelle Vorschlag der Regierung der Verantwortung, Ausbildung und Arbeitsbelastung von Ärzten nicht gerecht wird. Deshalb fordern sie ein eigenes Statut speziell für Ärzte, unabhängig von anderen Gesundheitsberufen.
Die geplanten Streikwochen finden vom 16. bis 20. Februar, vom 16. bis 20. März, Ende April, im Mai und Mitte Juni statt. Kurz vor dem ersten Streik ist auch eine große Demonstration in Madrid geplant, zu der Ärzte aus dem ganzen Land erwartet werden.
Nach Angaben der Gewerkschaften ist es nicht das Ziel, Patienten zu schaden, sondern strukturelle Probleme sichtbar zu machen. Sie verweisen auf lange Arbeitszeiten, hohe Arbeitsbelastung und mangelnde Anerkennung innerhalb des derzeitigen Systems. Gleichzeitig erklären sie sich zu Gesprächen bereit, sofern das Ministerium zu echten Anpassungen bereit ist.
Das Gesundheitsministerium argumentiert, dass die Reform gerade darauf abzielt, das Gesundheitssystem zu modernisieren und die Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten im Gesundheitswesen zu verbessern. Die Ärzte sind damit nicht einverstanden und finden, dass ihre spezifische Situation nicht ausreichend berücksichtigt wird.
In den kommenden Monaten wird sich zeigen, ob die Gespräche zwischen der Regierung und den Ärzten doch noch zu einer Einigung führen oder ob Spanien erneut mit langwierigen Störungen im Gesundheitswesen konfrontiert sein wird.
Quelle: Agenturen





