Immer mehr Menschen in Spanien haben mit einer auffallend großen, fliegenden Kakerlake zu kämpfen: der amerikanischen Kakerlake – und damit ist jetzt nicht der amtierende US-Präsident gemeint! Obwohl der Name (Periplaneta americana) etwas anderes vermuten lässt, stammt diese Art ursprünglich aus Afrika. Sie verbreitete sich über Amerika und gilt mittlerweile als ernstzunehmende Plage, berichten verschiedene spanische Medien.
Diese rotbraune Kakerlake kann bis zu fünf Zentimeter lang werden und lebt gerne an warmen, feuchten Orten wie Kanalisationen. Vor allem in Städten wie Sevilla, Cádiz, Murcia und auf den spanischen Inseln ist sie ein bekanntes Phänomen. Männchen haben längere Flügel als Weibchen und können aktiv fliegen, was die Bekämpfung zusätzlich erschwert.
Laut einer Studie von Anticimex ist die amerikanische Kakerlake mittlerweile auf 88 Prozent des spanischen Staatsgebiets vertreten. In 1.022 Gemeinden wurden Meldungen gemacht, und zwischen 2020 und 2023 wurden mehr als 623.000 Zertifikate für die Schädlingsbekämpfung ausgestellt. Vor allem entlang der Süd- und Ostküste sowie auf den Kanarischen Inseln und den Balearen ist die Art aktiv.
An der Nordküste und in nördlichen und weiter im Landesinneren gelegenen Provinzen wie Ávila, Soria und Zamora wurde die Art noch nicht gesichtet. Dennoch schließen Experten nicht aus, dass auch diese Gebiete langfristig mit dem Vormarsch dieser resistenten Kakerlake zu kämpfen haben werden.
Was diese Art so besonders macht, ist ihre Größe und Anpassungsfähigkeit. Ausgewachsene Exemplare haben zwei Flügelpaare und können bis zu fünfzehn Monate alt werden. Sie vermehren sich schnell: Die Eier schlüpfen in der Regel innerhalb weniger Wochen bis Monate, je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit.
Die amerikanische Schabe wurde bereits 1796 erstmals in Spanien gesichtet. Über Schiffe aus tropischen Gebieten gelangte sie in spanische Hafenstädte. Seit den 1990er Jahren ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen, insbesondere in Städten wie Palma de Mallorca, Barcelona und San Sebastián.
Hohe Temperaturen, Luftfeuchtigkeit und mangelnde Hygiene begünstigen die Ausbreitung. Vor allem Küchen, feuchte Ecken und schlecht verschlossene Leitungen sind ideale Verstecke. Die Kommunen intensivieren ihre Begasungsprogramme, aber der sogenannte „Fluchteffekt” – bei dem Kakerlaken aus behandelten Gebieten fliehen – sorgt manchmal für vorübergehende Belästigungen in Wohngebieten.
Experten raten den Bewohnern, Lebensmittelreste gut zu verschließen, Ritzen in Wänden und Böden zu dichten, feuchte Räume gut zu lüften und Abflüsse während der Bekämpfungsmaßnahmen abzudecken. In schweren Fällen ist eine professionelle Schädlingsbekämpfung erforderlich. Durch den Klimawandel und die zunehmende Resistenz gegen Insektizide wird die Bekämpfung zudem immer schwieriger.
Quelle: Agenturen





