Anwohner in Llucmajor kündigen Proteste gegen Streckenführung der Bahn an

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Die Kontroverse um die geplante Bahnlinie nach Llucmajor auf Mallorca eskaliert weiter. Die Bürgerplattform DECA (Defensa del ciudadano contra abusos), die sich aus betroffenen Anwohnern zusammensetzt, kündigt verstärkte Mobilisierungen gegen die Antworten des Conselleria d’Habitatge, Territori i Mobilitat an.

Der Vorwurf: mangelnde Berücksichtigung der Einwände, insbesondere hinsichtlich der Trassenführung durch Wohngebiete und landwirtschaftliche Nutzflächen.

Joan Gil, der Vorsitzende von DECA, kritisiert die Antworten der Behörde als pauschal und wenig differenziert. Seiner Aussage nach handele es sich um bloße Kopien, die sowohl an Einzelpersonen als auch an die Plattform verschickt wurden, ohne auf die spezifischen Inhalte der jeweiligen Einwände einzugehen.

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Diese Vorgehensweise empfindet die Plattform als Zeichen mangelnder Sensibilität und fehlenden Interesses an einer konstruktiven Auseinandersetzung mit den vorgebrachten Bedenken. Gil äußert sich enttäuscht darüber, dass die Behörde offenbar nicht bereit sei, auf die Forderungen der Bürger einzugehen oder auch nur den Versuch zu unternehmen, deren Situation nachzuvollziehen. Er wirft der Behörde eine mangelhafte, schlechte und wenig ethische Arbeitsweise vor, insbesondere angesichts der Tatsache, dass die Betroffenen Zeit und Geld in die Ausarbeitung fundierter Einwendungen investiert haben.

Die DECA hatte einen detaillierten Umweltbericht vorgelegt, der die potenziellen negativen Auswirkungen der Bahnlinie auf die Region aufzeigt. Dieser Bericht thematisiert unter anderem die Zerstörung von Wohnraum, die Fragmentierung landwirtschaftlicher Flächen, die Beeinträchtigung geschützter Lebensräume und Arten, die Auswirkungen auf das Landschaftsbild sowie die Nähe der Trasse zu Wohngebieten.

Ein zentraler Punkt des Berichts ist die Feststellung, dass die Zerstückelung der Landgüter schwerwiegende Folgen für die landwirtschaftliche Struktur der Region hätte. Viele der betroffenen Betriebe sind Familienunternehmen, deren Organisation durch die Bahnlinie irreversibel verändert würde. Dies würde den Zugang zu den Parzellen erschweren, die Vieh- und Landwirtschaft beeinträchtigen und das Risiko der Aufgabe traditioneller Wirtschaftszweige erhöhen.

Die Antwort des Ministeriums, unterzeichnet von Joan Mas, dem Leiter der Abteilung für Mobilität und Verkehrstechnik, wird von den Betroffenen als unzureichend zurückgewiesen. Darin wird lediglich auf eine umfassende Umweltanalyse verwiesen, die unter anderem die Berichte der konsultierten Verwaltungsbehörden berücksichtigt habe. Diese Argumentation vermag die Bedenken der DECA und ihrer Mitglieder jedoch nicht zu zerstreuen.

Die Plattform plant nun weitere Aktionen, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen und eine Überprüfung der Trassenplanung zu erreichen. Die Auseinandersetzung um die Bahnlinie nach Llucmajor dürfte somit in eine neue Phase eintreten.

Quelle: Agenturen