Ein angeschlagener russischer Tanker mit 900 Tonnen Diesel und zwei Flüssiggastanks treibt im Mittelmeer – wie groß ist das Risiko für die Balearen?
Diese Frage steht im Raum, seit das Schiff namens „Arctic Metagaz“ Anfang März in Seenot geriet. An Bord befinden sich rund 900 Tonnen Diesel und zwei Tanks mit verflüssigtem Gas, eine brisante Kombination. Diesel kann sich an der Wasseroberfläche ausbreiten und Küstenabschnitte über lange Zeiträume verunreinigen. Flüssiggas hingegen wird bei Freisetzung gasförmig und steigt auf, wodurch Explosionsgefahr entsteht, insbesondere bei einer brennbaren Mischung mit Luft.
Sollte das Schiff sinken, könnte der Diesel den Meeresboden, Seegraswiesen und benthische Lebewesen schädigen. Da das Mittelmeer ein relativ geschlossenes Becken ist, können sich Schadstoffe hier besonders lange halten und lokal stärkere Auswirkungen haben.
Aktuell scheint die unmittelbare Gefahr für Mallorca gering, da sich das Schiff in südlichere Gewässer verlagert hat. Allerdings können Wind, Wellen und Strömungen Ölteppiche über weite Strecken transportieren, und eine unkontrollierte Gasfreisetzung birgt die Gefahr von Bränden und Explosionen.
Internationale Kooperationsmechanismen für Havarien auf See sind vorhanden, doch Fragen der Verantwortlichkeit und Finanzierung einer Bergungsaktion bleiben offen. Ebenso ungeklärt ist, wer für den Schutz der Fischerei- und Tourismusbetriebe aufkommt.
Quelle: Agenturen





