Im modernen Spanien ist das Gesundheitssystem mit einem wachsenden Problem konfrontiert: Medikamentenmangel. Diese Situation, die weltweit auftritt, hat bei Patienten, Gesundheitsdienstleistern und Gesundheitsbehörden Besorgnis ausgelöst.
Die spanische Agentur für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte (Aemps) hat kürzlich drastische Maßnahmen ergriffen, um die Verwendung von Cisplatin, einer weit verbreiteten Chemotherapie zur Behandlung verschiedener Krebsarten, einzuschränken.
Dieser Vorfall hat die Aufmerksamkeit auf die zunehmende Arzneimittelknappheit in Spanien und auf die Notwendigkeit gelenkt, wirksame Lösungen zu finden.
Laut dem „Informe sobre problemas de suministro“ (Bericht über Versorgungsprobleme), dem jüngsten Bericht der Aemps, sind 4 % der Arzneimittel in Spanien in der zweiten Hälfte des Jahres 2023 von Versorgungsproblemen betroffen. Obwohl dieser Prozentsatz relativ niedrig erscheint, hatten 0,17 % dieser Arzneimittel erhebliche Auswirkungen, so dass sie durch andere Arzneimittel ersetzt werden mussten oder die Aemps in den schwerwiegendsten Fällen außerordentliche Maßnahmen ergreifen musste.
Der spanische Pharmasektor ist mit 32.992 Arzneimitteln konfrontiert, die 15.503 registrierten Medikamenten entsprechen. In der zweiten Hälfte des Jahres 2023 waren 1415 dieser Produkte von Lieferproblemen betroffen. Bei 115 dieser Produkte waren die Probleme so gravierend, dass Aemps-Anpassungen oder -Eingriffe erforderlich waren, wie im Fall von Cisplatin.
Dennoch gibt es auch einige positive Entwicklungen zu vermelden. Die Zahl der gemeldeten Lieferprobleme ist in der zweiten Jahreshälfte 2023 im Vergleich zur ersten Jahreshälfte um 7 % zurückgegangen. Die Aemps hat mehrere Maßnahmen ergriffen, um Engpässe zu vermeiden, darunter
Kontrollierte Verteilung der verfügbaren Bestände
Suche nach alternativen Medikamenten und Beratung mit den Herstellern, um die Bestände und Lieferungen zu kontrollieren
Erteilung von Ausnahmegenehmigungen für den Verkauf von Arzneimitteln, die denen in Spanien ähneln, aber in anderen Ländern hergestellt wurden
Einschränkung der Ausfuhren
Erhöhung der Einfuhren
In Extremfällen, wie bei Cisplatin, kann Spanien über die Liste der Arzneimittel in besonderen Situationen auf die europäische Solidarität zurückgreifen. Diese Zusammenarbeit ist von entscheidender Bedeutung, denn Versorgungsprobleme sind ein globales Phänomen, das durch Produktionsprobleme in den Fabriken und Nachfragespitzen verursacht wird.
Die Hauptursachen für Unterbrechungen in den Versorgungsketten sind dem Bericht zufolge:
Kapazitätsprobleme in den Produktionsstätten (36 % der Fälle)
Steigende Nachfrage (24 %)
Produktionsprobleme, die nicht mit Qualitätsfragen zusammenhingen (19 % der Berichte)
Quelle: Agenturen





