In der Provinz Jaén wächst die Unruhe über die Errichtung von sieben großen Solarparks. Der Energiekonzern Greenalia will in den Gemeinden Lopera, Arjona und Marmolejo insgesamt 554 Hektar für Solaranlagen nutzen, was jedoch auf Kosten von Tausenden Olivenbäumen und landwirtschaftlicher Nutzfläche geht. Lokale Landwirte und Umweltorganisationen sind sehr besorgt über die Auswirkungen.
Nach Angaben der Aktionsgruppe „Plataforma Campiña Norte contra las Megaplantas Solares“ droht die Rodung von bis zu 100.000 Olivenbäumen. Greenalia bestreitet dies und hält an einer Zahl von etwa 35.900 Bäumen fest. Die spanische Regierung hat die Enteignung der Grundstücke aus „allgemeinem Interesse“ genehmigt, was jedoch heftige Reaktionen der Bauern hervorruft, die sich verraten fühlen.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels hat Greenalia sieben laufende Projekte in den drei genannten Gemeinden. Dies geht aus Veröffentlichungen im offiziellen Bulletin der Provinz Jaén hervor und wurde vom Unternehmen selbst bestätigt. Es handelt sich um die Projekte Zumajo I und II, Marmolejo Solar I und II sowie Guadame II, III und IV. Zusammen haben diese Solarparks eine installierte Leistung von 310 Megawatt und werden eine Fläche von 554 Hektar einnehmen.
Die Solarparks werden genug Energie erzeugen, um Tausende von Haushalten mit Strom zu versorgen. Aber die Bauern verlieren ihr Land, das manchmal seit Generationen in ihrem Besitz ist, und halten die Entschädigung für unzureichend. Einige sprechen sogar von „wirtschaftlicher Erpressung“, weil sie sich unter Druck gesetzt fühlen, ihr Land aufzugeben.
In den sozialen Medien kursieren Videos von weinenden Bauern, die ihre Olivenbäume verschwinden sehen. Der emotionale Wert des Landes ist offenbar mindestens so groß wie der wirtschaftliche. Viele betrachten die Olivenhaine als kulturelles Erbe, das nun für den Profit und das grüne Image der Energieunternehmen geopfert wird.
Bauern und Aktivisten fordern nun mehr Mitsprache, Transparenz und Schutz der Agrarlandschaft. Sie erkennen die Notwendigkeit nachhaltiger Energie an, wollen aber, dass dies unter Berücksichtigung der lokalen Gemeinschaften und Ökosysteme geschieht. Die Proteste in Jaén scheinen daher nur der Anfang einer breiteren Debatte darüber zu sein, wie Spanien seine grüne Zukunft gestalten will.
Quelle: Agenturen





