Auch Lauda bittet Kunden nachträglich zur Kasse

Nach ihrer Konzernmutter Ryanair wird auch die österreichische Tochtergesellschaft Lauda ihre Kunden, die bereits Flüge gebucht haben, die ab 1. April 2020 ab Deutschland abheben werden, nachträglich zur Kasse bitten.

Hintergrund ist, dass die Bundesrepublik Deutschland die Luftverkehrssteuer drastisch erhöht und dies rückwirkend, also auch für Flugscheine, die bereits verkauft wurden. Diverse Branchenverbände kritisieren die Vorgehensweise der Regierung heftig.


Ryanair verschickte bereits per E-Mail Nachforderungen an die betroffenen Kunden, berichtete AviationNetOnline. Auf Anfrage bestätigte Lauda-Geschäftsführer Andreas Gruber gegenüber AviationNetOnline, dass dies für Lauda-Flüge „analog zu Ryanair“ erfolgt und seinen Informationen nach die Nachforderungen bereits an die betroffenen Kunden verschickt wurden.

Reisende, die Flugscheine ab Deutschland, deren Abflugtermin ab dem 1. April 2020 geplant ist, sind von der Steuererhöhung grundsätzlich betroffen. Die deutsche Bundesregierung legte fest, dass der Zeitpunkt des Abhebens und nicht der Buchung für die Besteuerung relevant ist. Da viele Airlines bereits bei der Buchung den jeweils gültigen Luftverkehrssteuersatz einheben handelt es sich um eine nachträgliche Steuererhöhung. Diese wird vom Deutschen Reisebüro-Verband, aber auch vom Bundesverband Luftverkehrswirtschaft heftig kritisiert.

Nach derzeitiger Informationslage, die sich auf Angaben des Branchenverbands BDL stützt, wollen Tuifly, Condor, Easyjet, Lufthansa und Eurowings auf Nachforderungen verzichten und den Differenzbetrag für ihre Kunden begleichen. Dadurch entstehen den Airlines möglicherweise Mehrkosten in dreistelliger Millionenhöhe. Die Ryanair Group entschied sich aber offensichtlich für einen anderen Weg und bittet die betroffenen Passagiere nachträglich zur Kasse.