Baleària bringt die “erste Schnellfähre der Welt” mit Erdgasmotoren auf den Markt

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Die weltweit erste “Schnellfähre” für Passagiere und Fracht mit Erdgasverbrennungsmotoren, die Eleanor Roosevelt de Baleària, wurde diesen Freitag (18.09.2020) auf der Armon-Werft in Gijón vom Stapel gelassen, und dieses innovative Schiff wird voraussichtlich im ersten Quartal 2021 den Betrieb aufnehmen.

Es handelt sich um ein “Weltpionierschiff”, an dem “herausragende” internationale Unternehmen beteiligt waren und das eine Investition von 90 Millionen Euro bedeutet hat, wie die Reederei in einer Pressemitteilung erklärt. Bei seinem Bau hat das valencianische Ingenieurbüro Cotenaval bei der Unterstützung der Ausführung des Engineering von Systemen mitgewirkt.

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Der Präsident des Unternehmens, Adolfo Utor, sagte, die Eleanor Roosevelt “ist für Baleària der Höhepunkt der Bemühungen aller Teams, den ersten mit Gasmotoren angetriebenen Katamaran zu haben, ein Meilenstein der Nachhaltigkeit und Innovation.

Utor betonte auch, dass das Schiff “neue Funktionen eingebaut hat, um sich an den aktuellen Kontext der Gesundheitskrise anzupassen, wobei der Abstand zwischen den Sitzen, breitere Korridore und die Digitalisierung berücksichtigt wurden, um eine größere Sicherheit zu gewährleisten.

Der Präsident von Armon, Laudelino Alperi, wies seinerseits darauf hin, dass der Bau der ‘Schnellfähre’ “ein historisches Wahrzeichen für die Werft bedeutet” und dankte Baleària für das “entgegengebrachte Vertrauen, an diesem innovativen und bahnbrechenden Projekt auf weltweiter Ebene teilzunehmen”.

Technologische Innovationen wurden integriert, um es zu einem “intelligenten Schiff” zu machen. Passagiere können darauf mittels eines QR-Codes zugreifen, den sie über WhatsApp erhalten, mit Angabe der zugewiesenen Sitzplatznummer.

Darüber hinaus werden sie während der gesamten Reise über einen Internetdienst und WhatsApp für Textnachrichten verfügen und eine kostenlose digitale Unterhaltungsplattform von ihren mobilen Geräten aus nutzen können, außerdem können sie ihre Haustiere über in den Käfigen installierte Webcams sehen.

Bei der Gestaltung der Innenräume wurde der Großzügigkeit der Räume und der Trennung zwischen den Sitzen Priorität eingeräumt. Auch der Komfort an Bord wurde durch den Einbau eines hochmodernen Stabilisierungssystems verbessert, das die Bewegungen erheblich reduzieren wird.

Vibrationen und Lärm werden dank eines elastischen schwimmenden Aufbaus und dem Einbau einer Hightech-Isolierung auf ein Minimum reduziert. Das Schiff wird auch über eine Rolltreppe und einen Aufzug zum Oberdeck verfügen, einzigartige Elemente in einem Schiff dieses Typs.

Die Eleanor Roosevelt wird auch die längste Schnellfähre der Welt sein. Konkret ist das Schiff 123 Meter lang und 28 Meter breit, mit einer Kapazität für 1.200 Passagiere und einem Laderaum für 500 laufende Meter Lastwagen und 250 Autos oder alternativ 450 Autos.

Baleària hat auf der Eleanor Roosevelt Messgeräte installiert, mit denen der tatsächliche Kraftstoffverbrauch überwacht oder die Motoreffizienz berechnet werden kann. Die Installation von Sensoren wird auch Echtzeitinformationen liefern, um effizient navigieren zu können, sowie Geschwindigkeit und Kurs anpassen zu können, um den Komfort je nach Seegang zu erhöhen.

Dies ist das dritte Schiff der Reederei, das über dieses Überwachungssystem verfügt, und es ist Teil des Projekts des Kontrollturms von Baleària, das die großen Daten nutzen wird, um schnelle und effiziente Entscheidungen in den Bereichen Sicherheit, vorbeugende Wartung, kommerzielle Effizienz und Emissionen zu treffen.

Mit den vier Doppel-GN/GO-Motoren von Wärtsilä mit einer Leistung von je 8.800 kW erreicht die Eleanor Roosevelt von Baleària eine Betriebsgeschwindigkeit von 35 Knoten (mit einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 40 Knoten). Die beiden Tanks zur Lagerung von LNG bedeuten in der Gasnavigation eine Reichweite von 400 Seemeilen (1.900 im Falle von kombiniertem Gas/Diesel).

Der Bau dieser ökoeffizienten Schnellfähre begann im Dezember 2018 auf der Armon-Werft in Gijón, die das Projekt koordiniert und die Systemtechnik ausgeführt hat, mit Unterstützung des valencianischen Ingenieurbüros Cotenaval.

Die australische Firma Incat Crowther war für die Konstruktion verantwortlich; die Motoren, das Antriebssystem und die Gasanlage wurden von der finnischen Firma Wärtsilä hergestellt, während die Kanaltests von der norwegischen Firma Marintek-Sintef durchgeführt wurden, und Bureau Veritas ist die Klassifikationsgesellschaft. Die Architektur und Innenarchitektur ist das Werk der Firma Oliver Design und des Innenarchitekten Jorge Belloch.