Die Maßnahme soll die negativen Auswirkungen des Massentourismus wie Wohnungsmangel und steigende Mieten begrenzen. Wie viel Besucher genau zahlen müssen, hängt davon ab, wo sie übernachten. Hotelgäste zahlen ab April maximal zwischen 10 und 15 Euro pro Nacht, derzeit sind es 5 bis 7,50 Euro. Die Höhe der Steuer hängt von der Hotelkategorie ab.
Ein Aufenthalt von zwei Nächten für ein Paar in einem der Vier-Sterne-Hotels (fast die Hälfte aller Hotels in Barcelona) wird um 45,60 Euro teurer. Die Gemeinde darf nämlich künftig maximal 11,40 Euro pro Person und Nacht an Tourismussteuer erheben. Gäste in Fünf-Sterne-Hotels können bis zu 15 Euro pro Nacht an Steuern zahlen, und Kreuzfahrtpassagiere zahlen weiterhin etwa 6 Euro. Auch wer in einer Airbnb-Unterkunft übernachtet, zahlt künftig doppelt so viel: 12,50 Euro pro Nacht.
Die Stadt will ab Ende 2028 die Vermietung von Wohnungen an Touristen vollständig verbieten. Damit verschwinden etwa 10.000 Wohnungen vom Tourismusmarkt, in der Hoffnung, die Wohnungsknappheit zu bekämpfen.
Die höhere Steuer soll Katalonien schätzungsweise 200 Millionen Euro einbringen. Ein Viertel dieses Betrags wird für bezahlbaren Wohnraum verwendet. Nicht alle sind mit der Maßnahme einverstanden: Kritiker befürchten, dass sie dem Tourismus schaden wird.
In einer europäischen Studie der Vermietungsplattform Holidu aus dem letzten Jahr zur Höhe der Kurtaxe lag Barcelona noch auf Platz elf. Weit hinter dem Spitzenreiter Amsterdam, wo Touristen mit 18,45 Euro pro Nacht am meisten in Europa zahlten.
Zwanzig Millionen Touristen besuchten im letzten Jahr die Provinz Katalonien, davon sechzehn Millionen in Barcelona. Hotelbesitzer befürchten, dass die Steuererhöhung viele Touristen vertreiben wird.
Laut dem lokalen Tourismusbüro gehört Barcelona weltweit zu den vier Städten, in denen die meisten Kongresse organisiert werden. Die Teilnehmer werden von der Abgabe nicht befreit. „Eines Tages werden sie die Henne mit den goldenen Eiern schlachten“, sagt Manel Casals, Direktor der Hotelbranche in Barcelona.
Viele Spanier haben genug vom Massentourismus. Im vergangenen Jahr gingen in mehreren Städten Tausende Menschen auf die Straße, um zu protestieren. In Palma auf Mallorca, Barcelona, San Sebastián und Granada forderten Demonstranten strengere Regeln für die Tourismusbranche.
Ende letzten Jahres verhängte die spanische Regierung gegen Airbnb eine Geldstrafe in Höhe von 64 Millionen Euro, unter anderem wegen der Veröffentlichung von Anzeigen für Wohnungen, die nicht vermietet werden dürfen.
Quelle: Agenturen





