Die britische Regierung empfiehlt, die Nutzung von Bildschirmen bei Kindern unter fünf Jahren auf maximal eine Stunde täglich zu begrenzen, während Kinder unter zwei Jahren diese nicht ohne Aufsicht eines Erwachsenen nutzen sollten, wie aus einem neuen, am Freitag (27.03.2026) veröffentlichten offiziellen Leitfaden hervorgeht.
Das auf wissenschaftlichen Studien basierende Dokument bietet Familien erstmals praktische Leitlinien angesichts der zunehmenden Bedeutung digitaler Geräte in der frühen Kindheit.
Der Premierminister, der Labour-Politiker Keir Starmer, erklärte, dass „die Erziehung von Kindern in einer digitalen Welt überwältigend sein kann“ „Bildschirme sind überall und die Ratschläge oft widersprüchlich“, räumte er in einer Erklärung ein. Er betonte, dass seine Regierung „die Eltern in diesem Kampf nicht allein lassen wird“ und dass der neue Leitfaden „klare und vernünftige“ Empfehlungen enthält, um gesunde Gewohnheiten von Anfang an zu fördern.
Die Regierung rät dazu, schnelle oder anregende Inhalte zu vermeiden, Kinder nicht allein vor den Geräten zu lassen und Pausen in der digitalen Routine einzubauen. Sie schlägt zudem den sogenannten „Bildschirmtausch“ vor: dem Kind vorzuschlagen, die Zeit vor den Geräten durch das Vorlesen von Geschichten oder einfache Spiele mit der Familie zu ersetzen, insbesondere während der Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen.
Der Leitfaden stützt sich auf einen Bericht eines Expertengremiums unter der Leitung der Kinderbeauftragten Rachel de Souza, der zu dem Schluss kam, dass längere Zeit allein vor Bildschirmen den Schlaf, die körperliche Aktivität, das kreative Spielen und die Interaktion mit den Eltern beeinträchtigen kann.
Dagegen wird diegemeinsame Nutzung mit Erwachsenen, begleitet von Gesprächen und Fragen, mit einer besseren kognitiven Entwicklung in Verbindung gebracht.
Offiziellen Daten zufolge nutzen fast 98 % der Kinder im Vereinigten Königreich im Alter von zwei Jahren täglich Bildschirme, und mindestens 24 % der Eltern von Kindern im Alter von 3 bis 5 Jahren finden es schwierig, die Zeit zu kontrollieren, die ihre Kinder vor den Bildschirmen verbringen.
Der Text weist auch auf die Bedeutung des Vorbilds der Erwachsenen hin und warnt davor, dass Kinder dazu neigen, deren digitale Gewohnheiten nachzuahmen. Er empfiehlt, die Nutzung von Geräten in ihrer Gegenwart zu reduzieren, um die direkte Interaktion sowie die Entwicklung sozialer und sprachlicher Fähigkeiten zu fördern.
Quelle: Agenturen





