Bundeskanzler Friedrich Merz sprach sich am Mittwoch (18.02.2026) für eine Beschränkung des Zugangs zu sozialen Netzwerken für Kinder und Jugendliche aus, ein Thema, das seine Partei, die konservative Christlich-Demokratische Union (CDU), am Wochenende auf ihrem 38. Parteitag in Stuttgart behandeln wird.
Im Podcast „Machtwechsel” erklärte Merz, dass er in Bezug auf gesetzliche Verbote immer „sehr, sehr, sehr vorsichtig” sei, weil er eine „eher liberale Haltung” habe, aber dass er in diesem Fall „große Sympathie” für Vorschläge zur Beschränkung des Zugangs von Minderjährigen zu sozialen Netzwerken habe. Die Nutzung von sozialen Netzwerken, Mobiltelefonen und Tablets habe sich in den letzten Jahren sowohl quantitativ als auch qualitativ erheblich verändert, argumentierte er.
„Wenn heute 14-Jährige täglich bis zu fünf Stunden oder mehr vor dem Bildschirm verbringen und ihr gesamtes soziales Leben ausschließlich über dieses Medium stattfindet, sollten wir uns über Persönlichkeitsdefizite und soziale Verhaltensauffälligkeiten bei Jugendlichen nicht wundern”, so der Kanzler.
Hinzu kämen nun „Fake News, künstliche Intelligenz, manipulierte Bilder und Nachrichten, TikTok und viele andere Dinge, die die Situation noch schwieriger machen“, fügte er hinzu.
„Deshalb sympathisiere ich sehr mit dem Vorschlag, den wir am Wochenende auf dem Parteitag diskutieren werden, sowie mit dem Vorschlag der Sozialdemokratischen Partei (SPD)“, sagte Merz.
„Wir sprechen über verschiedene Möglichkeiten, dies restriktiver zu handhaben: ob es sich um eine Altersgrenze, ein Verbot oder ein Verifizierungssystem mit entsprechenden Apps und elterlicher Zustimmung handelt“, erklärte er. „Man kann viele konkrete Stufen diskutieren, aber ich denke, im Vordergrund muss stehen: Wie schütze ich Kinder in einem Alter, in dem sie auch Zeit zum Spielen, Lernen und Konzentrieren in der Schule haben müssen?“, erklärte er.
Die Debatte gehe in Richtung eines Schutzes „durch staatliche Regulierung“. Die SPD, Koalitionspartner der von Merz geführten Regierungskoalition, hat laut einem internen Dokument der Sozialdemokraten, über das mehrere Medien, darunter die Tageszeitung „Bild“, am Montag berichteten, ein Verbot des Zugangs zu sozialen Netzwerken für Kinder unter 14 Jahren vorgeschlagen.
Gemäß dem Vorschlag, der von Mitgliedern der Partei, der Bundestagsfraktion und Europaabgeordneten vorangetrieben wird, sollten Anbieter den Zugang zu den betreffenden Plattformen für Kinder unter 14 Jahren technisch verhindern, andernfalls drohen ihnen Geldstrafen. Für die Altersgruppe zwischen 14 und 16 Jahren würde eine „Jugendversion” des betreffenden sozialen Netzwerks eingerichtet, in der ein Profil nur nach einer Überprüfung durch den Erziehungsberechtigten erstellt werden könnte und die mit bestimmten Einschränkungen, ohne personalisierte Inhalte und ohne Funktionen, die die Abhängigkeit erhöhen sollen, betrieben würde.
Quelle: Agenturen


