Wer in den letzten Tagen den Himmel über den Kanarischen Inseln beobachtet hat, hat es sofort gesehen. Es begann als leichter Schleier, entwickelte sich aber schnell zu etwas viel Intensiverem. Eine kompakte Staubmasse, direkt aus der Sahara, zog wie eine Art Wand über den Archipel hinweg und ließ wenig Raum für Zweifel daran, was vor sich ging.
Die sogenannte Calima ist an sich kein seltenes Phänomen in dieser Region, doch diesmal fällt vor allem die Dichte auf. Die Sicht war an manchen Stellen drastisch eingeschränkt, und der Himmel nahm jene typische gelbliche Färbung an, mit der die Bewohner inzwischen nur allzu vertraut sind. Dennoch fühlt es sich anders an. Schwerer, intensiver, als ob die Insel für einen Moment in einer anderen Welt läge.
Laut Berichten von Diario de Avisos führte die Situation auf verschiedenen Inseln schnell zu praktischen Problemen. Flüge mussten umgeleitet oder verspätet werden, und auch auf den Straßen war besondere Vorsicht geboten. Der Feinstaub bleibt nämlich nicht nur in der Luft hängen, sondern setzt sich überall fest. Autos, Terrassen, Fenster… alles bekommt eine dünne Sandschicht, die schwer zu übersehen ist.
Besonders auffällig ist, wie schnell sich die Situation entwickelte. Innerhalb kurzer Zeit verschlechterte sich die Luftqualität erheblich. Für Menschen mit Atemwegsproblemen oder Allergien ist das sofort spürbar. Die Behörden raten daher, körperliche Anstrengungen zu vermeiden und Fenster so weit wie möglich geschlossen zu halten, auch wenn das bei der Hitze nicht immer besonders attraktiv ist.
Meteorologen von Meteored weisen auf eine starke Luftströmung aus Afrika hin, die den Staub in Richtung der Inseln getrieben hat. Solche Situationen kommen häufiger vor, aber die Intensität hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören Windgeschwindigkeit, Temperatur und die Menge an losem Sand in den Ursprungsgebieten. Diesmal scheint alles genau zusammenzukommen.
Dennoch herrscht unter den Einwohnern auch eine gewisse Gelassenheit. Calima gehört nun einmal zum Leben auf den Kanarischen Inseln dazu. Man rechnet damit, genauso wie man in anderen Teilen von Europa Regen oder Schnee erwartet. Doch selbst die erfahrensten Inselbewohner geben zu, dass solche Episoden immer wieder Eindruck hinterlassen.
Derzeit deutet alles darauf hin, dass die Staubwolke noch eine Weile hängen bleibt, auch wenn sich die Situation schnell ändern kann, sobald der Wind dreht. Bis dahin bleibt es eine Frage der Anpassung, des Abwartens und der Hoffnung auf eine frische Atlantikbrise, die die Luft wieder reinigt.
Quelle: Agenturen




