Casa Berga

Lesedauer des Artikels: ca. 4 Minuten -

Herrenhäuser & Paläste | Casa Berga
07001 Palma · Pça. del Mercat, 12

Telefon: 0034 971 755369

Die Casa Berga (im Besitz der Familie Berga seit 1677) – heute der Justizpalast – beeindruckt vor allem durch ihre barocken Balkone und den Innenhof.

Die Fassade ist schlicht und weist kaum Verzierungen auf. Das einzige Merkmal an der Fassade sind zwei Balkone mit geformten Sockeln und einer Balustrade. Ein elegantes Familienwappen der Berga Familie ziert den oberen Teil des runden Portals, ein Werk von Juan Deià. Der Vorbau, unter dem Sims, weist neun geformte Fenster.

Der Innenhof präsentiert einen grossen, ungleichmässig-vieleckigen Boden, der von zehn abgesenkten Bögen umgeben ist. Diese Bögen ruhen auf korinthischen Säulen. Ein grosser, abgesenkter Bogen befindet sich gegenüber dem Hauptportal und ermöglicht den Aufgang über die kaiserliche Treppe. Dieser Treppenaufgang besteht zunächst aus einer Treppe, teilt sich aber nach Erreichen des ersten Podestes. Beide Seiten der Treppe führen nun zu breiten Renaissance Portalen. Diese Portale weisen das Wappen der Zaforteza Familie auf, sowie mythologisch-figürliche Details; die Portale waren ehemals wesentlicher Bestandteil eines anderen Hauses. Das Wappen der Burgues-Zaforteza ziert das Treppenpodest: die Waffen der vier Familien (Zaforteza, Oleza, Verí und Sureda) teilen das Wappen in vier Teile. Der zentrale Verbindungspunkt (die Burgues Familie) ist im Mittelteil dargestellt. Die Lonja auf der Etage, in der sich die Herrschaftsräume befinden, besteht aus drei Bögen mit einer Balustrade im unteren Teil. Im Erdgeschoss wird das Kloster von mehreren abgesenkten Bögen umgeben. Auf der ersten Etage werden die Bögen zu Rundbögen. Der Vorbau auf der dritten Etage weist traditionelle, achteckige Säulen auf.

Ein altes, im islamischen Stil erbautes Gebäude, ehemaliger Sitz des Augustiner-Nonnenklosters von 1231 bis 1278, wurde dort errichtet, wo heute das Can Berga Haus zu sehen ist. Die Franziskaner tauschten ihr erstes Kloster, welches sich neben dem Puerta Santa Margarita Tor befand (auch Tor der Zerstörung genannt), gegen das Augustinerkloster ein. Allerdings verweilten die Franziskaner nicht lange in diesem Kloster, da wir sie bereits zwei Jahre später im heutigen San Francisco Kloster wiedertreffen. Bis zum XVIII. Jahrhundert zeigten der Haupteingang und -fassade des Gebäudes an der Plaza del Mercado zur Calle Santacília, um somit das Hochwasser der Riera zu vermeiden. Das Gebäude wurde von Hugo de Pacs gekauft, der es zu seiner Familienresidenz erhob. Im Jahre 1600 wurde das Haus, auf Grund des ehelichen Bundes zwischen Margarita de Pacs y Burgues und Joan Miquel de Santacília y Togores, Eigentum der Santacília Familie. Pere de Santacília y Pacs, berühmter Sohn des soeben genannten Paares, lebte hier. Er war ein waghalsiger Ritter und ein ausserordentlicher Kämpfer im Krieg zwischen Canamunt und Canavall. Dieser Kampf war der Grund für das blutrünstige Mallorca im XVII. Jahrhundert.

Zum Tode von Eleonor de Santacília im Jahre 1677, die mit Gabriel Berga y Sanglada verheiratet war, ging das Haus an die Berga Familie über. Der Sohn von Eleonor, Gabriel de Berga y Santacília, starb 1706 als er für Felipe V im spanischen Erbfolgekriegs kämpfte.

Einige Zeit vor 1754, unternahm Gabriel de Berga y Zaforteza einen wichtigen Umbau, wodurch sich das Gebäude in eines der charakteristischen Barock-Gebäude der Stadt entwickelte. Diese Umgestaltung wurde im Jahre 1760 fertiggestellt, als das Haus bereits Eigentum von Cecília Zaforteza y de Berga war. Gabriel Pons war der Leiter der Bauarbeiten und Juan Rotger war für die Holzarbeiten zuständig, wobei Juan Deià der Bildhauer des Projekts war. Zum Ende des XVIII. Jahrhunderts, nach mehreren Testament-Prozessen, wurde das Berga Erbe unter den Familienmitgliedern der Burgues-Zaforteza und Quint-Zaforteza aufgeteilt. Das Haus wird letztendlich Eigentum der erstgenannten, bekannt als die “Zaforteza del mercado”. Auf der anderen Seite, wurden die Quint als die “Zaforteza del Born” bekannt. Im Jahre 1942, wurde das Gebäude an den derzeitigen Eigentümer verkauft, das Justizministerium. Im Jahre 1965 unterlag das Gebäude erneut Umbauarbeiten. Das Gebäude sollte nun Sitz des territorialen Gerichts werden. Eine der wichtigsten Änderungen war der Zugang zu den Herrschaftsräumen, wobei die Treppe von rechts in die Mitte umgelegt wurde.

Beitrag aktualisiert am 03.09.2013 | 12:57