Der spanische Automarkt hat ein starkes Jahr hinter sich, von dem vor allem chinesische Automarken profitieren. Insgesamt wurden mehr als 1,14 Millionen neue Personenkraftwagen verkauft. Bemerkenswert ist, dass mehr als 104.000 davon chinesische Marken waren. Das bedeutet, dass fast jedes zehnte neue Auto in Spanien mittlerweile aus China stammt.
Dieses Wachstum ist besonders bemerkenswert, da die Europäische Union Einfuhrzölle eingeführt hat, um chinesische Autos zu bremsen. Dennoch entscheiden sich immer mehr spanische Verbraucher für diese Marken, vor allem wegen der günstigen Preise und der großen Auswahl an Elektro- und Hybridmodellen.
Elektro- und Hybridautos schnitten ohnehin gut ab. Der Absatz stieg um mehr als 94 Prozent auf über 225.000 Fahrzeuge. Eines der beliebtesten Modelle war der BYD Seal U, ein elektrischer SUV, der mehr als 10.000 Mal verkauft wurde. Dies zeigt, dass erschwingliche Elektroautos für ein breites Publikum immer attraktiver werden.
Auch bei den Marken ist der Wandel deutlich zu erkennen. BYD verkaufte in Spanien rund 25.000 Autos und ließ damit Tesla hinter sich. Tesla verkaufte rund 16.000 Autos, was einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Dennoch bleibt Tesla ein wichtiger Akteur, insbesondere im höheren Segment.
Die chinesische Marke MG ist mit mehr als 45.000 Zulassungen sogar die meistverkaufte chinesische Automarke in Spanien. Fast die Hälfte davon entfiel auf das kompakte und erschwingliche MG ZS-Modell, das rund 16.000 Euro kostet und damit für viele Menschen erschwinglich ist.
Weitere chinesische Marken, die zunehmend auf den spanischen Straßen zu sehen sind, sind EBRO, das ursprünglich aus Spanien stammt, Omoda und Jaecoo, Lynk & Co und Leapmotor. Ab 2026 kehrt auch die alte spanische Marke Santana mit einem Pick-up zurück, der von einem chinesischen Hersteller in Andalusien gebaut wird.
Inzwischen wächst in Spanien der Wunsch, selbst günstige Elektroautos zu produzieren. Der Fokus liegt auf kleinen Modellen mit einem Preis von rund 20.000 Euro. Nach Angaben der Industrie muss zunächst eine ausreichende Nachfrage vorhanden sein, bevor die Produktion wirklich hochgefahren werden kann, und diese Nachfrage scheint nun zu kommen.
Im Rahmen des Plans Auto 2030 will Spanien in den kommenden Jahren 6 Milliarden Euro an öffentlichen Investitionen tätigen, ergänzt durch voraussichtlich 40 Milliarden Euro aus dem privaten Sektor. In Barcelona wird bereits an neuen Produktionslinien für kleine Elektromodelle gearbeitet, mit denen Spanien eine wichtige Rolle in der elektrischen Zukunft Europas spielen will.
Quelle: Agenturen




