Das grosse Jammern der Immobilienbranche

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Große Bauträger, Immobilienmakler und Branchenexperten sind sich einig, dass die in der Regierung erzielte Einigung über das Wohnungsbaugesetz das Angebot verringern, die Instandhaltung von Immobilien verschlechtern und den Mietmarkt in die Schattenwirtschaft treiben wird.

Die Asociación de Promotores Constructores de España (APCEspaña) ist der Ansicht, dass die vereinbarten Maßnahmen das Ziel, ein größeres Angebot an Miet- und Kaufwohnungen zu schaffen, um die mangelnde Zugänglichkeit für junge Menschen zu verringern, “ernsthaft” beeinträchtigen werden.

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Das grosse Jammern der Immobilienbranche

Sie sind der Ansicht, dass das künftige Gesetz für Unternehmen, die in diesem Sektor investieren und Arbeitsplätze schaffen, nachteilig sein wird und dass die fehlende Rechtssicherheit zu einem Rückgang der Aktivitäten in den autonomen Gemeinschaften und Stadtverwaltungen, die diese Maßnahmen anwenden, führen wird, wie sie es in Katalonien bereits beobachtet haben wollen.

Nach ihren Angaben haben 55,3 % aufgrund des Gesetzes zur Mietpreisbegrenzung in Katalonien ihre Investitionen in Erwartung eines neuen Szenarios eingestellt, 31,6 % haben sie reduziert und 13,1 % haben ihre Investitionen in ein anderes Gebiet verlagert.

Der Arbeitgeberverband unter der Leitung des Madrider Bauunternehmers Juan Antonio Gómez-Pintado betont in einer Erklärung, dass “alle Experimente zur Begrenzung der Mieten, die in mehreren europäischen Städten und auch in Katalonien erprobt wurden, das Gegenteil des Gewünschten bewirkt haben: Verringerung des Angebots, Veralterung des vorhandenen Bestands aufgrund mangelnder Instandhaltung und Entstehung einer Schattenwirtschaft”.

Was die Verpflichtung anbelangt, eine Reserve von 30 % für den sozialen Wohnungsbau – und die Hälfte davon für die Sozialmiete – zu bilden, so schätzt er, dass dies zu einem Rückgang der in- und ausländischen Investitionen führen wird und dass diese zwischen den autonomen Gemeinschaften verschoben werden, je nachdem, ob sie diese Verordnung anwenden oder nicht, “und sogar das Land verlassen werden, je nachdem, wie sehr die Rechtssicherheit durch den endgültigen Text beeinträchtigt werden könnte”.

Auch der Verband der Immobilienmakler und -vermittler Madrids ist der Ansicht, dass die angekündigten Maßnahmen zu einer Verringerung des Angebots führen werden, was wiederum einen Preisanstieg und einen Investitionsstopp zur Folge hat.

Der Präsident des Verbandes, Jaime Cabrero García, rief dazu auf, den Gesetzesentwurf in Ruhe zu behandeln und in der derzeitigen politischen Situation nicht zu überstürzen.

Der Consejo General de los Colegios de los Agentes de la Propiedad Inmobiliaria (Coapi) spricht sich ebenfalls gegen jede Maßnahme aus, die die freie Festlegung der Wohnungsmiete einschränkt, betont jedoch, wie wichtig ein klarer Text ist, der eine detaillierte Analyse aller Maßnahmen und ihres Anwendungsbereichs ermöglicht.

Andere Immobilienexperten, wie der Immobilienberater Eduardo Molet, prangern an, dass hinter dem neuen Wohnungsbaugesetz eine “Kriminalisierung des Privateigentums” stecke.

Der Studiendirektor des Immobilienportals pisos.com, Ferran Font, weist darauf hin, dass die Unterscheidung zwischen großen und kleinen Mietern eine “sehr unwirksame Praxis auf ähnlichen Märkten wie dem unseren ist, sei es beim Einfrieren der Preise, wie zum Beispiel in Berlin, oder beim Senken der Preise, wie auf anderen Märkten”.

Mietausfallversicherer wie Arrenta halten eine Regulierung für unnötig, da die Mieten mit Ausfallversicherung in den ersten drei Quartalen 2021 mit einem leichten Anstieg von 1 % und einer Monatsmiete von 707,3 Euro praktisch unverändert geblieben sind.