Das Mittelmeer – tickende Zeitbombe für extreme Regenfälle

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Laut Meteorologen ist das Mittelmeer derzeit eine „tickende Zeitbombe”. Die Kombination aus außergewöhnlich warmem Meerwasser und instabilen Luftschichten führt dazu, dass schon eine kleine Wetteränderung zu heftigen Regenfällen, Stürmen und sogar Überschwemmungen führen kann. Vor allem die spanische Ostküste und die Balearen sind dabei stark gefährdet.

Aufgrund der anhaltenden Hitze ist das Wasser des Mittelmeers im Durchschnitt bis zu zwei Grad wärmer als normal. Dies führt zu einer enormen Menge an Feuchtigkeit in der Atmosphäre, die bei Kontakt mit kalten Luftmassen explosiv reagieren kann. Wenn eine Kaltfront, auch DANA genannt, über der Region auftaucht, kann dies der Startschuss für Starkregen und Gewitter von großer Intensität sein.

Diese sogenannten DANAs (Depresión Aislada en Niveles Altos) entstehen, wenn kalte Luft in der Höhe von der polaren Strömung abgeschnitten wird. Sobald eine solche Kaltluftblase über dem warmen Meer landet, entstehen starke Aufwinde, die heftigen Regen verursachen. Da sich diese Systeme oft nur langsam bewegen, bleibt der Regen stundenlang über demselben Gebiet hängen, was zu lokalen Überschwemmungen führen kann.

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Die Küstenregionen von Valencia, Murcia, Katalonien und den Balearen sind am anfälligsten. Dort kann das Relief die aufsteigende feuchte Luft zusätzlich verstärken, was die Regenfälle noch heftiger macht. In einigen Fällen kann an einem Tag so viel Regen fallen wie normalerweise in einem ganzen Monat.

Experten betonen, dass dieses Phänomen aufgrund des Klimawandels immer häufiger auftritt. Die steigenden Meerestemperaturen verlängern den Zeitraum, in dem starke Regenfälle möglich sind, sogar bis weit in den Herbst hinein. Das Mittelmeer verhält sich daher immer häufiger wie eine subtropische Energiequelle – bereit zu explodieren, sobald die Atmosphäre instabil wird.

Der spanische Wetterdienst AEMET beobachtet die Situation aufmerksam und warnt vor möglichen DANA-Aktivitäten in den kommenden Wochen. Für die Ostküste und die Inseln gelten vorerst weiterhin Warnungen vor starken Regenfällen und Gewittern.

Quelle: Agenturen