Der deutsche Tourismusbeauftragte schließt die Balearen als Urlaubsziel für seine Bürger nicht aus

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Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiss, schließt nicht aus, dass die Deutschen ihren Urlaub auf den Balearen oder den griechischen Inseln verbringen können, wenn die Entwicklung der Pandemie dies zulässt.

Vor wenigen Tagen schätzte die Bundesregierung ein, dass die Bürger seines Landes in diesem Sommer nicht im Ausland Urlaub machen können und verwies auf die Möglichkeit des Inlandstourismus mit Einschränkungen.

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“Ich glaube nicht, dass es in diesem Sommer Reisen in ferne Länder geben wird”, sagte Bareiss in einem Interview mit dem “Tagesspiegel”. Das bedeute aber nicht, dass wir nicht auch innerhalb Deutschlands oder in Nachbarländer reisen könnten, in denen sich die Infektionszahlen ebenfalls verlangsamen. Er fügte jedoch hinzu, dass er “andere Regionen in Europa wie die Balearen oder die griechischen Inseln nicht ausschließen würde”.

“Wenn es kaum Neuinfektionen gibt und die medizinische Versorgung funktioniert, könnte man dort auch einen Sommerurlaub in Betracht ziehen”, sagte er. Er erinnerte auch daran, dass auf europäischer Ebene und mit der Welttourismusorganisation (WTO) bereits darüber diskutiert wird, welche Standards erfüllt werden sollten.

Bezüglich der mit dem Auto erreichbaren Ziele in den Nachbarländern wie Österreich, Frankreich, Belgien, Polen und den Niederlanden seien bereits Gespräche mit den jeweiligen Regierungen im Gange, sagte er.

Er war jedoch überzeugt, dass es möglich sein wird, innerhalb Deutschlands zu reisen und in touristischen Einrichtungen zu übernachten, wenn geeignete Maßnahmen und möglicherweise mit strengeren Bedingungen für die Gebiete mit höheren Infektionsraten getroffen werden.

Darüber hinaus betonte er, dass der Tourismussektor Unterstützung braucht, nicht nur durch Kredite, sondern auch durch staatliche Subventionen.

In diesem Zusammenhang kündigte er an, dass an einem neuen zusätzlichen Hilfspaket gearbeitet wird, nicht nur für den Tourismus, sondern für Unternehmen im Allgemeinen, die langfristig von der Pandemie betroffen sein werden.

Ziel ist es, eine Konkurswelle zu vermeiden und zu versuchen, allen Unternehmen zu helfen, die sich vor dieser Krise in einer stabilen Situation befanden.

“Wir wollen die Struktur des Tourismussektors erhalten”, sagte Bareiss, der betonte, dass Deutschland mit viertausend Reiseveranstaltern, darunter viele spezialisierte, der größte Markt für Reisepakete in Europa sei.

Bareiss’ Äußerungen folgen wiederholten Warnungen der Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass im kommenden Sommer kein “normaler” Urlaub zu erwarten sei.

In der vergangenen Woche verlängerte die Bundesexekutive die Empfehlung an ihre Bürger, bis mindestens 14. Juni in kein Land der Welt zu reisen.

Außenminister Heiko Maas hat versichert, dass es keine weitere Operation wie die der letzten Wochen geben wird, bei der 240.000 Bürgerinnen und Bürger, die durch die Pandemie in verschiedenen Teilen der Welt gestrandet waren, zurückgeführt wurden.