Deutschland befreit geimpfte Menschen von den meisten Einschränkungen

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Deutsche, die vollständig gegen COVID-19 geimpft sind, oder solche, die die Krankheit bereits durchgemacht haben, werden aufgrund einer neuen Verordnung, die in dieser Woche verabschiedet werden soll, von vielen Beschränkungen, die durch die Pandemie in dem europäischen Land auferlegt wurden, befreit sein.

Die Christdemokraten von Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Koalitionspartner haben dem Entwurf der neuen Regeln bereits zugestimmt, wie aus einem Schreiben des Kanzleramtes hervorgeht, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

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Konkret beinhalten die neuen Regeln einen besseren Zugang zu Geschäften und anderen Dienstleistungen sowie eine Befreiung von nächtlichen Ausgangssperren und Einschränkungen bei privaten Kontakten mit anderen Menschen.

Die Änderungen bedeuten auch, dass fast 8 Prozent der vollständig geimpften Bevölkerung Deutschlands und die drei Millionen, die sich von COVID-19 erholt haben, zum Beispiel Geschäfte oder Friseure betreten können, ohne sich einem diagnostischen Test auf die Krankheit zu unterziehen. Sie müssen auch nicht in Quarantäne bleiben, wenn sie aus einem anderen Land nach Deutschland zurückkehren, was nicht gilt, wenn in dem betreffenden Land eine Variante von SARS-CoV-2 vorkommt.

Deutsche mit der vollen oder wiederhergestellten Richtlinie müssen jedoch die Pflicht zum Tragen einer Maske an bestimmten öffentlichen Orten und die soziale Distanz einhalten.

Das neue Regelwerk wurde vor dem Hintergrund einer sich verbessernden epidemiologischen Situation in Deutschland und als Teil der Beschleunigung des COVID-19-Impfprogramms nach einem langsamen Start verabschiedet.

Es wird erwartet, dass beide Kammern des Deutschen Bundestages dem Gesetz bis Ende dieser Woche zustimmen werden. Wenn die Fristen eingehalten werden, treten die neuen Regeln an diesem Samstag (08.05.2021) in Kraft.

Das deutsche Gesundheitsministerium meldete am Montag 9.160 neue Fälle des Coronavirus, ein Rückgang der täglichen Infektionen im Vergleich zu den Vortagen.
So hat die Regierung angegeben, dass seit Beginn der Pandemie bisher 3.425.982 Infektionen festgestellt wurden, von denen 302.000 aktiv sind.

Mehr als 3 Millionen Menschen haben es jedoch geschafft, sich zu erholen, obwohl 83.276 Menschen gestorben sind, 84 davon in den letzten Tagen, so die Daten des Robert-Koch-Instituts.

Die kumulative Inzidenz über die letzten sieben Tage beträgt 146,9 Fälle pro 100.000 Einwohner.

Andererseits hat das RKI im Laufe des Tages festgestellt, dass 28,2 Prozent der deutschen Bevölkerung bereits mindestens eine Dosis eines der Impfstoffe gegen COVID-19 erhalten haben.

Nach den Daten des RKI haben 8,0 Prozent der Deutschen den vollen Impfschutz erhalten.

Bis zum Sonntag haben die deutschen Gesundheitsbehörden die Verabreichung von 250.114 Impfungen registriert. Der höchste Tageswert seit Beginn der Impfkampagne wurde am vergangenen Mittwoch mit mehr als einer Million verabreichter Dosen erreicht.

Insgesamt haben alle Impfstellen in Deutschland bisher etwas mehr als 30,1 Millionen Dosen verabreicht, davon fast 23,5 Millionen für die erste Impfung und rund 6,7 Millionen für die zweite Impfung.

Die Impfrate ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Die höchste Rate hat das Saarland mit 31,4 Prozent, die mindestens mit der ersten Dosis geimpft sind. Brandenburg liegt mit 25,5 Prozent leicht hinter den anderen Bundesländern. Darüber hinaus wurden bereits 84,4 Prozent der rund 35,7 Millionen gelieferten Impfstoffdosen geimpft.

Die Impfkampagne in Deutschland begann Ende letzten Jahres. Zunächst lag der Fokus auf Menschen über 80 Jahren, Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen sowie medizinischem Personal. Neben ihnen werden auch chronisch kranke Menschen mit einem erhöhten Risiko für schwere und lebensbedrohliche Erkrankungen vorrangig geimpft.

Andererseits bestätigte der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn am Montag (03.05.2021), dass die Priorisierung für die Impfung gegen COVID-19 nach Alter und Beruf im Juni aufgehoben werden könnte.

Er hat jedoch präzisiert, dass das Ende der Priorisierung nicht bedeutet, dass die gesamte Bevölkerung im Juni “sofort” geimpft werden kann und dass es eine Wartezeit geben könnte, um das Medikament zu erhalten, abhängig von der Lieferung von Impfstoffen in das europäische Land.