Deutschland rät von Auslandsreisen ab und verlangt PCR bei Rückkehr aus Mallorca

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Nach einer intensiven Sitzung von mehr als elf Stunden erschien um drei Uhr morgens am Dienstag (23.03.2021) die deutsche Bundeskanzlerin, Angela Merkel, zu einer Pressekonferenz, um die neuen Restriktionen zu verkünden, mit denen das Land durch das vermehrte Auftreten von COVID-19 konfrontiert ist.

Deutschland rät seinen Bürgern, zu Ostern nicht ins Ausland zu reisen, “generell alle Reisen, die nicht unbedingt notwendig sind” und wird von allen Bürgern, die ins Land zurückkehren, auch von denen, die aus risikoarmen Gebieten wie Mallorca zurückkehren, einen PCR-Test mit negativem Ergebnis verlangen.

Deutschland rät von Auslandsreisen ab und verlangt PCR bei Rückkehr aus Mallorca

Die deutsche Bundeskanzlerin und die regionalen Regierungschefs trafen diese Entscheidung in einer schwierigen Sitzung, in der die Einschränkungen des öffentlichen Lebens und der wirtschaftlichen Aktivitäten aufgrund der negativen Entwicklung der dritten Welle der Pandemie verlängert und verschärft wurden.

Die Entscheidung über Reisen aus dem Ausland steht im Zusammenhang mit der Kontroverse um die Osterferien auf Mallorca, deren Nachfrage in die Höhe geschnellt war, nachdem die deutschen Behörden die Balearen von der Liste der Risikogebiete gestrichen hatten, wodurch die Verpflichtung zur Vorlage eines PCR-Tests und zur Einhaltung der Quarantäne entfiel.

Damit wird eine “generelle Testpflicht” für die Einreise eingeführt, eine Maßnahme, die das bisherige System ablöst, bei dem nur die Risikogebiete – obwohl es sich dabei um die überwiegende Mehrheit der Länder der Welt handelte – von Tests und Quarantäne betroffen waren.

Die Bundeskanzlerin erklärte, die Bundesregierung habe sich mit den Fluggesellschaften des Landes in Verbindung gesetzt, so dass alle Reisenden, die nach den Osterfeiertagen nach Deutschland zurückkehren, unabhängig vom Abflugort, “vor dem Flug” getestet werden. Die Details dieser Maßnahme müssen noch ausgearbeitet werden.

Merkel erkannte an, dass es auf Mallorca – im Gegensatz zu Deutschland – offene Touristenunterkünfte gibt, obwohl sie darauf hinwies, dass die Balearenregierung die Beschränkungen gerade geändert hat und dies in den kommenden Tagen wieder tun könnte. Sie sagte auch, dass die deutsche Regierung die Situation auf der Insel und die möglichen “Risiken” genau beobachten wird, unter denen sie auf das Auftreten der Variante des Coronavirus hinwies, die zum ersten Mal in Brasilien entdeckt wurde.

Merkel hat auch über eine strenge Eindämmung während der Osterwoche informiert, um die epidemiologische Situation im Land zu bewältigen, mit einem Anstieg der Zahl der Ansteckungen. Die seit Monaten geltende Sperrung in Deutschland wird bis zum 18. April verlängert – mit Schließung von Hotels, Restaurants, Fitnessstudios und Kultureinrichtungen sowie nicht lebensnotwendigen Geschäften -, wobei während der fünf Ostertage die Maßnahmen mit bisher nicht verhängten Einschränkungen im Land verschärft werden sollen.

Angesichts der Zunahme von COVID-19-Infektionen wird Deutschland vom 1. bis 5. April eine strenge Eindämmungsmaßnahme durchführen, um diese dritte Welle des Coronavirus einzudämmen. Alle Geschäfte bleiben geschlossen, außer den Lebensmittelgeschäften, die am 3. April wieder öffnen. Private Versammlungen werden ebenfalls auf einen Haushalt – außer dem eigenen – und maximal fünf Personen beschränkt.

Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in Deutschland ist am Dienstag wieder auf 108,1 pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gestiegen, nachdem gestern Abend neue Einschränkungen für die kommenden Wochen bekannt wurden, auf die sich Bund und Länder geeinigt hatten.

In den letzten 24 Stunden gab es nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) für Virologie 7.485 neue Fälle und 250 Todesfälle.