Deutschland verschärft Kontrollen vor Beginn des Schuljahres

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Deutschland versucht, die Kontrollen für Reisende zu verschärfen, da die Zahl der aus dem Ausland “importierten” Covid-Infektionen steigt und man sich Sorgen macht, wie sich dies auf die “Rückkehr zur Schule” auswirken könnte.

Ab Sonntag (01.08.2021) gelten strengere Einreisebestimmungen für Bürger, die nicht die gesamte Impfung erhalten haben oder nicht geimpft wurden, während die Kategorien der Risikogebiete von drei auf zwei reduziert werden. Ab dem 1. August müssen alle nicht geimpften Reisenden über 12 Jahren einen negativen Test machen, unabhängig davon, wie sie nach Deutschland einreisen – mit dem Flugzeug, dem Schiff, dem Zug oder auf der Straße – und unabhängig davon, in welchem Land sie sich zuvor aufgehalten haben, unabhängig davon, ob es als Risikogebiet gilt oder nicht.

Deutschland verschärft Kontrollen vor Beginn des Schuljahres
Deutschland verschärft Kontrollen vor Beginn des Schuljahres

Testpflicht für alle Einreisenden ab sechs Jahren

Und das steht in den Bestimmungen: Grundsätzlich sollen künftig alle Einreisenden ab sechs Jahren einen negativen Testnachweis, Genesenen-Nachweis oder Nachweis einer vollständigen Impfung haben – egal von wo und auf welchem Weg sie nach Deutschland kommen. Bei Einreise aus einem Gebiet mit besorgniserregenden Virusvarianten soll immer ein Testnachweis nötig sein – Nachweise als Geimpfter oder Genesener sollen dann nicht reichen.

Für Personen, die aus einem Gebiet einreisen, in dem eine aggressivere Variante, die in Deutschland nicht vorkommt, vorherrscht, gelten strengere Vorschriften, da die Verpflichtung zur Vorlage eines negativen Tests auch auf geimpfte Personen ausgedehnt wird.

Nicht geimpfte Personen, die aus Hochrisikogebieten einreisen – ab Dienstag auch aus Spanien und den Niederlanden – müssen eine zehntägige Quarantäne einhalten, die durch einen negativen Test fünf Tage nach Ankunft in Deutschland verkürzt werden kann.

Reisende, die aus Gebieten einreisen, in denen aggressivere Varianten des Virus vorkommen, derzeit Brasilien und Uruguay, müssen 14 Tage in Quarantäne bleiben, unabhängig davon, ob sie geimpft sind oder nicht, und haben keine Möglichkeit, die Isolation zu verkürzen.

Inzwischen wurde das Mindestalter von Minderjährigen, die bei der Einreise nach Deutschland negativ getestet werden müssen, von sechs auf zwölf Jahre angehoben.

Nicht geimpfte Kinder – die überwiegende Mehrheit, da der BioNTech/Pfizer-Impfstoff derzeit nur für Kinder ab 12 Jahren und mit bestimmten Vorerkrankungen bestimmt ist – können fünf Tage nach ihrer Ankunft im Land aus einer Hochrisikoregion aus der Quarantäne entlassen werden, ohne dass ein neuer Test erforderlich ist.

Im Falle eines früheren Aufenthalts in einem Gebiet, das aufgrund des Vorhandenseins von Varianten gefährdet ist, beträgt die Isolationszeit für Minderjährige – ob geimpft oder nicht – ebenfalls 14 Tage.

Nach dem jüngsten Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) für Virologie haben nur 8 % der Kinder zwischen 12 und 17 Jahren bereits die vollständige Impfung erhalten, und rund 81 % haben noch keine Dosis des Impfstoffs erhalten.

Aus demselben Bericht geht hervor, dass zwischen dem 28. Juni und dem 25. Juli 3.662 positive Ergebnisse im Zusammenhang mit Auslandsaufenthalten verzeichnet wurden, davon 1.247 in Spanien, gefolgt von der Türkei (249) und den Niederlanden (203).
Der Großteil der Infektionen – 81 % – findet weiterhin innerhalb Deutschlands statt, betont das RKI.

In der Zwischenzeit bereitet sich Deutschland auf eine gestaffelte Wiederaufnahme des Unterrichts nach den Sommerferien vor, wobei die Absicht besteht, den Unterricht in vollen Klassen und ohne Aufteilung in Gruppen wieder aufzunehmen, wobei entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern beginnt die Schule am Montag, in Hamburg am Donnerstag und in Brandenburg und Berlin am Montag der darauf folgenden Woche.

Zumindest in den ersten Wochen werden die regelmäßigen Tests in den Klassenzimmern – mindestens zwei Tests pro Woche – und das Tragen von Masken fortgesetzt.

Der Beginn des Schuljahres scheint also derselbe zu sein wie im letzten Jahr – regelmäßige Rückkehr in die Klassenzimmer in vollen Gruppen -, ohne dass angesichts des vorhergesagten Anstiegs der Infektionen im Herbst und der Tatsache, dass etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung geimpft ist, alternative Pläne bekannt sind.

Ende Juni geriet Gesundheitsminister Jens Spahn in die Kritik, als er erklärte, dass Maßnahmen in den Schulen wie die Verwendung von Gesichtsmasken und gemischter Unterricht – Präsenz- und Fernunterricht – im Herbst und Winter wahrscheinlich notwendig sein werden. Im vergangenen Jahr wurde Mitte Dezember zum zweiten Mal während der Pandemie der Unterricht für die elf Millionen Schüler in Deutschland ausgesetzt, weil die zweite Infektionswelle nicht eingedämmt werden konnte.

Ende Februar wurden die Schulen wieder eröffnet, allerdings nur für die ersten Klassen der Grundschule, zu denen später die höheren Klassenstufen hinzukamen, jedoch immer in kleinen Gruppen, mit wechselndem Besuch und mit eingeschränkten Unterrichtszeiten.

Unterdessen steigt die kumulative Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland weiter an und liegt bei 16,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Die Gesundheitsbehörden meldeten in den letzten 24 Stunden 2.400 Neuinfektionen und 21 Todesfälle, während die Zahl der aktiven Fälle in Deutschland bei etwa 24.200 liegt. Am Freitag waren 61,6 % der Bevölkerung geimpft, 52 % mit dem vollen Impfschema.

Beitrag aktualisiert am 31.07.2021 | 19:57