Deutschland will Gesichtsmaskenpflicht und nächtliche Barschließungen ausweiten

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Die Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel will angesichts der deutlich zunehmenden Ansteckungsgefahr in Deutschland die Maskenpflicht und die nächtliche Schließung von Bars und Restaurants ausweiten.

Von nun an sollen die Einschränkungen auf 35 Infektionen pro 100.000 Fälle in sieben Tagen steigen, berichtet das Wochenmagazin “Der Spiegel”. Bisher wurde empfohlen, die Maßnahmen ab 50 Infektionen pro 100.000 Fälle innerhalb von sieben Tagen zu verstärken.

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Diese Information kommt vor dem Treffen zwischen Merkel und den regionalen Behörden am Mittwoch, die für die Umsetzung der zuvor mit der Bundesregierung vereinbarten Maßnahmen zuständig sind.

Am Mittwoch (14.10.2020) wurden in Deutschland 5.132 Neuinfektionen mit Coronaviren registriert, der höchste Wert seit April, so die neuen Zahlen des auf diesem Gebiet kompetenten Robert-Koch-Instituts (RKI) für Virologie. Die Marke liegt nahe am Höhepunkt der Infektionen, die Ende März und Anfang April mit etwa 6.000 täglich im Land registriert wurden.

Am Dienstag lag die Zahl der Neuinfektionen bei 4.122. Seit Beginn der Pandemie gab es in Deutschland 334.585 bestätigte Infektionen mit insgesamt 9.677 Todesopfern.

Das Treffen zwischen Merkel und den regionalen Behörden steht im Zusammenhang mit Forderungen aus verschiedenen Sektoren – darunter einige “Länder” – nach einer Harmonisierung der durchzuführenden Maßnahmen.

In mehreren Bundesländern wurden neue Beschränkungen eingeführt, wie die Schließung von Bars und Restaurants ab 23:00 Uhr und das Verbot des Alkoholverkaufs.

Die meisten Bundesländer haben Hotels auch verboten, Gäste aus Risikogebieten unterzubringen, d.h. Orte mit einer wöchentlichen Inzidenz von mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an sieben Tagen. Nur wenn Gäste einen negativen Test von weniger als 48 Stunden vorlegen, können sie von diesem Verbot befreit werden.

Diese Maßnahme wird in einigen “Bundesländern” angewandt, in anderen jedoch nicht, was zu Verwirrung bei den Bürgern geführt hat, da die Zahl und Inzidenz der Infektionen täglich schwankt.

Derzeit gibt es mehr als dreißig Bezirke oder Städte, die als Risikogebiete eingestuft sind – darunter Berlin, München und andere städtische Zentren.