Deutschland wird die Empfehlung, nicht nach Spanien zu reisen, in einer Woche aufheben

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Deutschland wird die Empfehlung, nicht nach Spanien zu reisen, und die Grenzkontrollen für Flüge aus Spanien innerhalb einer Woche aufheben. Mit dem Rest der Europäischen Union hat sie jedoch gestern Morgen (15.06.2020)ihre Grenzen geöffnet und die Grenzkontrollen, die vor drei Monaten noch bestanden, aufgehoben.

Die generelle Aufhebung der Beschränkungen bedeutet, dass von nun an kein zwingender Grund für die Einreise nach Deutschland mehr nachgewiesen werden muss und dass neben Zielen wie Tourismus und Besichtigungen beispielsweise auch die Möglichkeit besteht, die Grenze aus dem Nachbarland zu überschreiten, um Einkäufe zu tätigen.

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Dagegen müssen Reisende aus Spanien noch bis zum 21. Juni nachweisen, dass sie einen Grund für ihre Einreise nach Deutschland haben, wie z.B. ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Land, die Notwendigkeit, einen nahen Verwandten zu besuchen oder wesentliche berufliche Tätigkeiten auszuüben.

Diesen Montag sind jedoch die ersten deutschen Touristen auf Mallorca angekommen, dank des Pilotplans, der gestartet wurde. Der deutsche Außenminister Heiko Maas hat seine Landsleute daran erinnert, dass sie den Entscheidungen über ihre nächsten Sommerferien in diesem Jahr mit Vorsicht begegnen müssen und dass es immer noch Länder gibt, in die von Reisen abgeraten wird.

Maas hat darauf hingewiesen, dass die Wiederöffnung der deutschen Grenzen, mit deren Umsetzung Deutschland Sonntag Abend begonnen hat, noch nicht mit der Aufhebung der Empfehlung einherging, nicht in vier Länder zu reisen: Norwegen, Finnland, Schweden und Spanien.

Am 10. Juni hat die deutsche Regierung beschlossen, die Empfehlung, bis zum 31. August nicht ins Ausland zu reisen, für alle Länder mit Ausnahme der Gemeinschaftspartner – mit Ausnahme Spaniens -, der Schengen-Partner – mit Ausnahme Norwegens – und des Vereinigten Königreichs zu verlängern, mit der Absicht, sie für letzteres am kommenden Montag aufzuheben.

Maas hat darauf hingewiesen, dass die Empfehlung im Moment noch für diese vier Länder gilt. Er sagte jedoch, dass sich die Situation mit Spanien in Bezug auf die Aufhebung der Empfehlung, nicht “innerhalb einer Woche” zu reisen, ändern werde.

“In Europa gibt es noch Länder, für die wir einen Alarm haben, wenn es darum geht, dorthin zu reisen, wie Norwegen, Finnland und Schweden (…) auch mit Spanien (…), aber wir hoffen, sie in einer Woche zu sehen”, sagte Maas im ZDF.

Der Minister wies darauf hin, dass im Falle der nordischen Länder, und zitierte insbesondere Schweden, die deutschen Behörden darauf achten, dass die Rate von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in der Regel nicht überschritten wird, um die Empfehlung, nicht zu reisen, aufrechtzuerhalten oder nicht aufrechtzuerhalten.

“Reisen erfolgt immer auf eigenes Risiko, unabhängig davon, ob es sich um eine Coronavirus-Pandemie oder eine andere Krisensituation handelt”, sagte der Minister und fügte hinzu, dass in Ländern, in denen es Ausbrüche oder Grenzschließungen gibt, konsularische Unterstützung für Deutsche, die dorthin gereist sind, zur Verfügung steht.

Er sagte jedoch, dass es keine von den deutschen Behörden gecharterten Flugzeuge geben werde, sondern dass regelmäßige Verbindungen genutzt werden müssten, um mögliche Rückführungen von Bürgern aus diesen Ländern abzuwickeln.

“Wer glaubt, dass wir einen Urlaub wie in der Vergangenheit verbringen können, wird in diesem Sommer überrascht sein”, fasste der Minister die Haltung zusammen, mit der die Deutschen nach Ansicht der Regierung die bevorstehenden Sommerferien betrachten sollten.

In Bezug auf Drittländer, wie im Falle der Türkei, die eines der bevorzugten Reiseziele der Deutschen ist, erklärte der Minister, dass Gespräche mit den jeweiligen Behörden geführt werden, um zu analysieren, ob die allgemeine Empfehlung, nicht zu reisen, aufgehoben werden soll.

Maas begründete die Entscheidung, die Empfehlung für Länder der Europäischen Union aufzuheben, in denen ihre Partner Standards der “Transparenz und Verlässlichkeit” einhalten und teilen, die im Verhältnis zu anderen Nationen nicht existieren müssen, und erwähnte beispielsweise, dass es medizinische Behandlungen gegen COVID-19 gibt, die im Gemeinschaftsgebiet nicht zugelassen sind.