In Spanien ist das Wort „edadismo” im Jahr 2025 zum meistgesuchten Begriff bei Google geworden. Immer mehr Menschen möchten wissen, was genau diese Form der Diskriminierung bedeutet, insbesondere da das Thema immer häufiger in Gesprächen, Nachrichten und sozialen Medien auftaucht. Dennoch scheint es, dass viele Spanierinnen und Spanier den Begriff noch immer nicht gut kennen.
Edadismo steht seit 2022 im Wörterbuch der Real Academia Española und bedeutet Diskriminierung aufgrund des Alters. Im Deutschen könnte man also von Altersdiskriminierung sprechen. Nach Angaben der Vereinten Nationen handelt es sich dabei um alle Arten von Stereotypen, Vorurteilen und Handlungen, die Menschen benachteiligen, weil sie jünger oder älter sind. Vor allem ältere Menschen sind in Spanien häufig davon betroffen.
Aus dem ersten „Barómetro de Edadismo” geht hervor, dass fast 65 Prozent der über 55-Jährigen nicht wissen, was „edadismo” bedeutet. Gleichzeitig geben mehr als 70 Prozent an, selbst Altersdiskriminierung erlebt zu haben, was das Problem noch deutlicher macht.
Die meisten Beispiele finden sich auf dem Arbeitsmarkt. So glauben 84 Prozent der Menschen, die sich im letzten Jahr beworben haben, dass ihr Alter eine Rolle dabei gespielt hat, dass sie nicht eingestellt wurden. Aber Diskriminierung kommt auch in Familien, in den Medien, in der Modewelt und im Gesundheitswesen vor.
Darüber hinaus spielt „Auto-Edadismo” eine wichtige Rolle. Das tritt auf, wenn Menschen sich selbst einschränken, weil sie glauben, für etwas zu alt zu sein. Denken Sie beispielsweise daran, bestimmte Hobbys oder Aktivitäten aus Angst, nicht ernst genommen zu werden, zu vermeiden. Dies zeigt, wie tief das Problem manchmal verwurzelt ist.
Experten zufolge ist Bewusstseinsbildung der Schlüssel. Sie plädieren für Kampagnen, die Stereotypen durchbrechen, und für vielfältigere und positivere Darstellungen älterer Menschen in den Medien. Auch eine bessere Ausbildung und Sensibilisierung von Fachleuten, von Ärzten bis hin zu Personalverantwortlichen, soll dazu beitragen, Altersdiskriminierung Schritt für Schritt abzubauen.
Quelle: Agenturen





