Entsalzungsanlage für Estellencs auf Mallorca

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Die geplante Entsalzungsanlage in Estellencs auf Mallorca, gefördert durch die Balearenregierung, verspricht eine Lösung für die Wasserknappheit der Gemeinde. Doch neben der Erleichterung werfen sich wichtige Fragen auf. Ist diese Anlage wirklich die umfassende Antwort auf das Problem?

Die Entsalzungstechnologie ist zwar bewährt, jedoch energieintensiv und erzeugt Salzwasser-Rückstände, deren Entsorgung komplex ist. Für Estellencs bedeutet dies, dass neben der technischen Machbarkeit auch Kosten, langfristige Versorgungssicherheit und Umweltauswirkungen berücksichtigt werden müssen.

Die Fördersumme deckt möglicherweise nicht die gesamten Investitions- und Betriebskosten über die Nutzungsdauer der Anlage. Ein ungelöstes Finanzierungskonzept birgt das Risiko hoher Stromrechnungen, Wartungskosten und Entsorgungsprobleme. Die Standortwahl ist ebenfalls entscheidend. Probebohrungen in Küstennähe sind notwendig, doch Eingriffe in sensible Küstenbereiche können die Landschaft beeinträchtigen und den Tourismus gefährden.

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Estellencs lebt von der Harmonie zwischen Natur, Bewohnern und Besuchern. Eine unpassend platzierte Anlage könnte diese Balance stören. Der öffentliche Diskurs konzentriert sich bisher auf die kurzfristige Entlastung. Die laufenden Kosten, der Energiebedarf, die Abwärme und die Entsorgung der Salzlaugen werden kaum thematisiert.

Eine offene Diskussion über Alternativen wie Regenwassernutzung, die Sanierung von Leitungen, lokale Wasserspeicher oder eine Kooperation mit Nachbargemeinden fehlt. Auch das Wassermanagement, insbesondere der hohe Verbrauch von Ferienhäusern im Vergleich zu dauerhaft bewohnten Haushalten, sollte berücksichtigt werden, da dies die Dimensionierung der Anlage beeinflusst.

Quelle: Agenturen