Die Europäische Union hat die Vorschriften für Reisen mit Haustieren weiter verschärft. Wer mit seinem Hund, seiner Katze oder seinem Frettchen in ein anderes EU-Land wie Spanien reisen möchte, muss bald strengere Auflagen erfüllen. Mit den neuen Maßnahmen will Brüssel die Ausbreitung von Tierkrankheiten wie Tollwut besser verhindern und den illegalen Handel vor allem mit jungen Tieren härter bekämpfen.
Nach den neuen Bestimmungen gewinnt der europäische Heimtierausweis noch mehr an Bedeutung. Dieses Dokument muss vollständig und korrekt ausgefüllt sein und mit einem Mikrochip verbunden sein, der den europäischen Normen entspricht. Der Chip muss vor der Tollwutimpfung eingesetzt werden. Wenn die Reihenfolge nicht stimmt oder Daten fehlen, kann das Tier bei Kontrollen zurückgehalten werden.
Auch das Alter, in dem Tiere reisen dürfen, wird strenger kontrolliert. Welpen und Kätzchen müssen mindestens zwölf Wochen alt sein, um gegen Tollwut geimpft zu werden. Danach gilt eine Wartezeit von 21 Tagen, bevor sie tatsächlich reisen dürfen. In der Praxis bedeutet dies, dass Tiere, die jünger als fünfzehn Wochen sind, nicht legal zwischen Mitgliedstaaten transportiert werden dürfen.
Eine weitere wichtige Änderung betrifft Verbringungen aus Ländern außerhalb der Europäischen Union. In diesem Fall kann neben dem Pass ein amtliches Tiergesundheitszeugnis erforderlich sein. Darüber hinaus können je nach Herkunftsland Blutuntersuchungen erforderlich sein, um nachzuweisen, dass die Tollwutimpfung einen ausreichenden Schutz bietet.
Die Europäische Kommission betont, dass die Höchstzahl von fünf Haustieren pro Person für nichtkommerzielle Reisen beibehalten wird. Wird diese Zahl überschritten, gilt die Verbringung automatisch als kommerzieller Transport, für den viel strengere Vorschriften gelten. Damit soll verhindert werden, dass Händler die lockeren Vorschriften für Urlauber missbrauchen.
Darüber hinaus wird es eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten geben, um die Kontrollen an Grenzen und Flughäfen zu verschärfen. Digitale Registrierungssysteme sollen die Aufdeckung von Betrugsfällen mit Pässen und Impfdaten erleichtern. Der illegale Handel mit Welpen bringt in Europa jährlich Hunderte Millionen Euro ein und geht oft mit schlechten Lebensbedingungen für die Tiere einher.
Wenn Sie mit Ihrem Haustier nach Spanien reisen möchten, ist es wichtig, sich rechtzeitig mit Ihrem Tierarzt in Verbindung zu setzen. Überprüfen Sie, ob der Chip korrekt registriert ist, ob die Impfungen noch gültig sind und ob Sie für Ihr Reiseziel zusätzliche Dokumente benötigen. So vermeiden Sie, dass Ihre Reise unerwartet gefährdet wird.
Die verschärften Vorschriften machen deutlich, dass Reisen mit einem Haustier innerhalb Europas immer mehr Vorbereitung erfordern. Wer jedoch alles rechtzeitig regelt, kann weiterhin problemlos mit seinem Tier verreisen.
Quelle: Agenturen




