Europa verliert seine Häuser – leise, aber messbar

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2010 lebten noch 53,7 % der Europäer in einem Haus; heute ist der Abstand zu Wohnungen auf 3,5 Prozentpunkte geschrumpft. Bei diesem Tempo könnten Wohnungen in den 2030er Jahren erstmals zur dominanten Wohnform in Europa werden.

Für Deutschland ist dieser Trend besonders brisant: 54 % der Deutschen nennen Garten, Balkon oder Terrasse als wichtigstes Kriterium bei der Wohnungswahl – der höchste Wert ganz Europas. Doch nur 38,5 % leben tatsächlich in einem Haus, der Wohnform, welche den Zugang zu einem privaten Außenbereich am ehesten ermöglicht.

Ob üppiger Garten, begrünte Terrasse oder liebevoll gestalteter Stadtbalkon: Die Deutschen lieben ihr privates Grün. Über die Hälfte der Deutschen gibt an, dass ein Außenbereich bei der Wahl eines neuen Zuhause oberste Priorität hat. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich an der Spitze.

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Auf wenigen Quadratmetern entsteht auf deutschen Balkonen und Terrassen oft ein erstaunlicher Rückzugsort. Doch hinter diesem Erfindungsreichtum steckt auch eine Verschiebung: Europa verliert seine Häuser, und mit ihnen den klassischen Garten. In kaum einem Land ist dieser Trend so ausgeprägt wie in Deutschland.

Eine neue Datenanalyse von home24 und dem Berliner Datenstudio DataPulse Research zeigt wie sich der Zugang zu privatem Grün in Europa verändert, und welche Wege die Deutschen finden, sich Natur nach Hause zu holen.

Europa verliert seine Häuser

Wer in Europa in einem Haus lebt, hat in der Regel auch Zugang zu einem Garten. Wer in einer Wohnung lebt, deutlich seltener. Die vorherrschende Wohnform eines Landes entscheidet also maßgeblich darüber, wie viele Menschen Zugang zu einem privaten Garten haben.

Im EU-Durchschnitt lebt noch etwa jede zweite Person in einem Haus (51,4 %). Doch die Spannbreite ist enorm: In Irland sind es 90 %, in der Schweiz nur 34 %. Deutschland liegt mit 38,5 % am unteren Ende.

Wohnformen ändern sich natürlich nicht über Nacht. Doch über die letzten 15 Jahre zeigt sich ein klarer Trend: Europas Hausanteil sinkt, langsam, aber stetig.

2010 betrug der Vorsprung des Hauses gegenüber der Wohnung noch 8,3 Prozentpunkte, 2024 sind es nur noch 3,5. Bei gleichbleibendem Tempo könnte die Wohnung das Haus als dominierende Wohnform in Europa in den 2030er Jahren ablösen.

Quelle: Pressemitteilung