Europa scheint erneut Schritte in Richtung eines nuklearen Wettrüstens zu unternehmen. Mit Unterstützung Brüssels plant eine Gruppe von neun europäischen Ländern, ihre nukleare Abschreckung zu verstärken. Auffällig ist, dass Spanien sich dieser Initiative vorerst nicht angeschlossen hat.
Angeführt wird die Bewegung von Frankreich, dem einzigen Land innerhalb der Europäischen Union, das über eigene Atomwaffen verfügt. Um Paris hat sich eine Gruppe von Ländern gebildet, die im Bereich der nuklearen Verteidigung enger zusammenarbeiten wollen. Zu dieser Gruppe gehören unter anderem Deutschland, das Vereinigte Königreich, Belgien, die Niederlande, Griechenland, Polen, Schweden und Dänemark.
Ziel der Zusammenarbeit ist es, die Abschreckung gegenüber potenziellen Feinden zu verstärken. Europäische Staats- und Regierungschefs befürchten, dass die Sicherheitslage auf dem Kontinent durch geopolitische Spannungen und Kriege in verschiedenen Regionen zunehmend unsicherer wird. Durch eine engere Zusammenarbeit im Bereich des französischen Nukleararsenals hoffen diese Länder, ihre Verteidigung zu stärken.
Gemäß dem Plan können Partnerländer an Militärübungen und strategischer Zusammenarbeit im Zusammenhang mit der französischen Nuklearkapazität teilnehmen. Damit würde das französische Atomwaffenarsenal faktisch eine breitere europäische Rolle erhalten, ohne dass Frankreich die Kontrolle darüber verliert. Die endgültige Entscheidung über den Einsatz von Atomwaffen liegt weiterhin beim französischen Präsidenten.
Brüssel sieht diese Entwicklung positiv, da sie zu einer stärkeren europäischen Verteidigungspolitik beitragen kann. Die Europäische Union möchte in Bezug auf ihre Sicherheit weniger abhängig von den Vereinigten Staaten werden und sieht eine verstärkte militärische Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten als einen wichtigen Schritt.
Spanien schlägt vorerst einen anderen Kurs ein. Die spanische Regierung hat sich in letzter Zeit kritisch zu einer nuklearen Aufrüstung geäußert und plädiert eher für internationale Vereinbarungen zur Begrenzung der Verbreitung von Atomwaffen. Damit bleibt Spanien vorerst außerhalb der neuen europäischen nuklearen Zusammenarbeit.
Quelle: Agenturen





