In Spanien wird es für viele Menschen immer schwieriger, ein Haus zu kaufen oder zu mieten. Dennoch stehen Millionen von Wohnungen leer. Das erscheint unlogisch, aber hinter diesen Zahlen verbirgt sich ein komplexes Problem, das schon seit Jahren besteht.
Nach Angaben des spanischen Statistikamtes INE (aus dem Jahr 2021) gibt es etwa 3,8 Millionen leerstehende Wohnungen. Das sind mehr als 15 Prozent aller Häuser im Land. Gleichzeitig steigen die Immobilienpreise rapide an und für viele Menschen sind bezahlbare Mieten kaum noch zu finden.
Die meisten leerstehenden Wohnungen im Verhältnis zur Gesamtzahl der Wohnungen finden sich in Ourense und Lugo in Galicien. Dort stehen 44 bzw. 37 Prozent der Wohnungen leer. Am anderen Ende der Liste stehen unter anderem Vizcaya, Álava und Guipúzcoa im Baskenland sowie Madrid, Barcelona und Valladolid. In diesen Provinzen ist die Leerstandsquote mit 6 bis 10 Prozent deutlich niedriger.
Umfrage zum monatlichen Gewinnspiel auf mallorca-services.es - Schon mitgemacht?Betrachtet man die absolute Zahl der leerstehenden Wohnungen, so befinden sich die meisten davon in Madrid und Barcelona. Es folgen die Küstenprovinzen am Mittelmeer, die Balearen und Kanarischen Inseln sowie Regionen wie Galicien und Asturien.
In Küstengemeinden befindet sich mehr als ein Viertel aller leerstehenden Wohnungen in Spanien. Das sind etwa 993.000 Häuser laut Zahlen aus dem Jahr 2021. In anderen Gemeinden innerhalb derselben Küstenprovinzen, oft mit touristischen Gebieten weiter im Landesinneren, stehen weitere 953.000 Wohnungen leer.
Vor allem junge Menschen haben es schwer. Die Immobilienpreise sind kürzlich um mehr als 12 Prozent gestiegen, der größte Anstieg seit fast zwanzig Jahren. Daher leben viele junge Spanier länger bei ihren Eltern, viel häufiger als in anderen europäischen Ländern.
Ein wichtiger Grund für den Leerstand ist die Lage. Viele leerstehende Wohnungen befinden sich in Dörfern und ländlichen Gebieten, in denen es wenig Arbeit gibt. Junge Menschen ziehen von dort weg und kommen nicht zurück. In großen Städten und an der Küste herrscht hingegen Wohnungsmangel.
Außerdem sind viele leerstehende Häuser alt und in schlechtem Zustand. Sie müssen oft teuer renoviert werden. Viele Eigentümer haben dafür kein Geld oder wollen nicht investieren. Auch Erbschaften spielen eine Rolle, wenn sich mehrere Erben nicht über den Verkauf oder die Vermietung einigen können.
Die Regierung versucht, Leerstand mit neuen Vorschriften und höheren Steuern für leerstehende Wohnungen zu bekämpfen. Aber nicht alle Regionen setzen diese Maßnahmen um. Außerdem haben viele Vermieter Angst vor Mietern, die nicht zahlen, da Zwangsräumungen schwierig sind.
Experten sind sich einig, dass Wohnen ein Grundrecht ist. Sie sind der Meinung, dass Spanien schneller und intelligenter eingreifen muss, um den Wohnungsmarkt fairer zu gestalten. Ohne zusätzliche Maßnahmen wird sich der Mangel an bezahlbarem Wohnraum nur noch verschärfen.
Quelle: Agenturen




