FRÉDÉRIC CHOPIN

Fryderyk Chopin erblickte am 1. März 1810 auf einem Landgut im Dorf Zelazowa-Wola, nahe Warschau (Polen) das Licht der Welt. Im Herbst desselben Jahres, zog er mit seinen Eltern -Justyna und Nicolás Chopin, einem Franzosen, der die polnische Staatsbürgerschaft angenommen hatte- nach Warschau, wo sein Vater eine Arbeit als Französischlehrer gefunden hatte. Mit acht Jahren gab er, angeregt von seinem Lehrer Adalberg Zwyny, sein erstes öffentliches Konzert. In den Jahren 1829 bis 1830 lebte er schon als anerkannter Pianist in Wien und Anfang 1831 zog er nach Paris. Er pflegte Umgang mit Musikern, wie z. B. Liszt, Berlioz, Bellini und Rossini. 1837 begann er eine Liebesbeziehung mit der französischen Schriftstellerin George Sand, die fast zehn Jahre lang andauern sollte und die das Leben des Komponisten tiefgreifend prägte.

Aufgrund seiner schwachen Gesundheit und größtenteils aufgrund des wohltuenden mediterranen Klimas machte er sich im Herbst 1838 mit George Sand und ihren zwei Kindern auf die Reise nach Mallorca. Sie schifften sich auf dem Dampfer El Mallorquín ein und kamen am 8. November auf der Insel an. Zunächst kamen sie in einem Landhaus namens Son Vent in Establiments unter und 15 Tage später richteten sie sich in einer Zelle in der Kartause von Valldemossa ein –die vier Jahr zuvor säkularisiert worden war.

Der Musiker verspürte keine Besserung seines Gesundheitszustands und das Paar fand keinen Anschluss zu den Bewohnern, was die beiden dazu bewegte, ihr Inselerlebnis abzubrechen. So verließen sie Mallorca am 13. Februar 1839.

In der Kartause von Valldemossa kann man noch einige Andenken an ihren Aufenthalt auf Mallorca betrachten, wie das Klavier Pleyel, das der Komponist benutzte, oder die Manuskripte und ersten Ausgaben des Werkes Un Hiver à Majorque (Ein Winter auf Mallorca) von George Sand, in dem sie ihre Reise auf der Insel erzählt. Auf Mallorca komponierte Chopin die Polonaise in c-Moll, Opus 40, Nr. 2 und die Mazurka in e-Moll, Opus 41, Nr. 2. Der Aufenthalt auf Mallorca beeinflusste auch weitere Werke Chopins: Der physische Raum und die Landschaft oder die Erlebnisse auf der Insel tauchen in mehreren Kompositionen Chopins wieder auf. Joan Moll i Marquès zufolge „werdet ihr die Helligkeit unserer Landschaft in den Préludes Nr. 3, 10 und vor allem in Nr. 23 wiedererkennen; und das religiöse Ambiente der Kartause in den Choralthemen der Préludes Nr. 9, 13, 15 und 20, des Scherzos, der Nocturne in g-Moll und der Mazurka. Seine innere Welt erlebte einen Umschwung von der großen Glückseligkeit der ersten Wochen zu der völligen Verzweiflung durch die Diagnose einer unheilbaren Krankheit und der Angst vor dem Tod. Die jubelnde Glückseligkeit findet Ausdruck in den Préludes 3, 10, 11, 17 und 19. Die tiefe Traurigkeit in den Nummern 2, 4, 6, 9, 14, 15 und 20, sowie in der Polonaise, im Mittelteil der Mazurka und in der Nocturne.

Aus Mallorca sandte Chopin seinem Freund Juli Fontana aus Paris vier Briefe. Aus dem ersten, vom 15. November 1838 stammen die folgenden Worte: „Mit Sicherheit werde ich in einer bezaubernden Kartause mitten im schönsten Land der Welt leben; das Meer, Berge, Palmen, ein Friedhof, eine Kirche aus der Zeit der Kreuzzüge, eine Moschee, die in Ruinen liegt, jahrtausendalte Olivenbäume…! Nun, mein lieber Freund, genieße ich das Leben etwas mehr; ich bin ganz nah am Schönsten der Welt; ich bin ein besserer Mensch.“ Im vierten Briefe bekräftigt er wie folgt: „Du musst dir mich so vorstellen: Zwischen dem Meer und den Bergen in einer großen, verlassenen Kartause, untergebracht in einer Zelle, die größere Türen hat, als die größten Toreinfahrten von Paris. Stelle dir mich ohne weiße Handschuhe vor, mit ungelocktem Haar, bleich wie immer. Die Werke von Bach, meine Manuskripte, meine Noten und ein paar weitere Papiere, ich habe hier alles was ich besitze. Es herrscht eine absolute Ruhe; man kann ganz laut schreien, ohne, dass dich jemand hört. Mit einem Wort, ich schreibe dir von einem sehr seltsamen Ort… Die göttliche Natur ist fürwahr sehr schön; jedoch, um sie zu genießen, wäre es vonnöten keinen Umgang mit den Menschen zu haben, nichts mit der Post zu schaffen zu haben, noch mit den Wegen“.

Sein Werk bietet einen unerschöpflichen melodischen Reichtum, verbunden mit einer starken Harmonie. Für das Klavier komponierte er 3 Sonaten, 27 Etüden, 26 Préludes, 4 Balladen, 21 Nocturnes, 15 Walzer, Mazurken und Polonaisen.
Für Klavier und Orchester komponierte er zwei Konzerte, eine Grand Fantaisie, eine Grand Polonaise und einige Variationen. Am 17. Oktober 1849 starb er in Paris. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Père Lachaise in der französischen Hauptstadt. Er wird als der größte musikalische Romantiker bezeichnet und für den Poeten am Klavier schlechthin gehalten.

DeutschEspañolEnglishFrançais
Copy Protected by Chetan's WP-Copyprotect.