Friedensverhandlungen in Pakistan gescheitert

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Die Friedensverhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran sind nach 21 Stunden direkter Gespräche in der pakistanischen Hauptstadt gescheitert. Das persönliche Treffen, das erste auf höchster Ebene seit 47 Jahren, endete heute Morgen (12.04.2026) ohne eine Einigung zur Beendigung des Krieges. Obwohl in mehreren Punkten „Einigungen“ erzielt wurden, haben Meinungsverschiedenheiten in Schlüsselthemen wie dem Atomprogramm und der Kontrolle der Straße von Hormus jeden Ansatz einer Einigung blockiert.

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Bagaei, stellte klar, dass sich die Meinungsverschiedenheiten nun auf „zwei oder drei wichtige Fragen“ beschränken und dass „niemand eine Einigung in einem einzigen Treffen erwartet habe“.

Beide Delegationen haben die pakistanische Hauptstadt bereits verlassen, ohne zu klären, ob es ein neues Treffen geben wird. Vizepräsident JD Vance flog mit einem „endgültigen Angebot“ im Gepäck in der Air Force Two ab, und der iranische Parlamentspräsident Mohammad Baqer Qalibaf tat dies kurz darauf, ohne weitere Details zu nennen.

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Dies sind die roten Linien, die den Konsens verhinderten:

1. „Null-Atomwaffen“ versus Zivilrecht
Die von Vance angeführte Delegation kam, der Doktrin von Donald Trump folgend, mit einer nicht verhandelbaren Forderung: einer festen Zusage, dass der Iran weder jetzt noch in Zukunft nach Atomwaffen streben wird.

– Die Haltung der USA: Sie fordern die Demontage der Anlagen, die es dem Iran ermöglichen würden, schnell eine Bombe herzustellen (Breakout-Zeit). „Wir brauchen eine Willensbekundung, und die haben wir nicht gesehen“, erklärte Vance auf einer Pressekonferenz nach dem Dialog.

– Die Haltung des Iran: Bagaei stellte in X klar, dass die „Atomfrage“ eines der zentralen Diskussionsthemen war. Der Sprecher betonte, ohne direkte Details zu nennen, dass der Erfolg des Prozesses davon abhänge, dass die Gegenseite von „überzogenen Forderungen und illegalen Forderungen“ Abstand nehme und die „legitimen Rechte und Interessen des Iran“ akzeptiere.

2. Der Schlüssel zur Straße von Hormus
Was auf dem Papier eine technische Bedingung für den am Mittwoch von Sharif angekündigten Waffenstillstand war, wurde zum größten militärischen Stolperstein am Verhandlungstisch.

– Die Haltung der USA: Washington strebt eine sofortige, kommerzielle und uneingeschränkte Wiederöffnung an und kündigte sogar einseitige Minenräummaßnahmen sowie eine „baldige“ Öffnung der Seestraße an.

– Die Haltung des Iran: Für Teheran ist die Straße von Hormus sein größtes Druckmittel. „Es wird keine Änderungen in der Meerenge geben, solange die USA kein vernünftiges Abkommen akzeptieren“, erklärte eine iranische Quelle gegenüber der Nachrichtenagentur Mehr. Der Iran verlangt, dass jede Durchfahrt von Schiffen direkt mit seinen Streitkräften abgestimmt wird.

3. Der Libanon-Faktor: Verhandlungen während anhaltender israelischer Angriffe
Während die Delegationen in Islamabad verhandelten, setzte Israel seine Übergriffe und Bombardements im Libanon fort, die am Tag der Ankündigung des Waffenstillstands innerhalb von zehn Minuten mindestens 357 Tote und mehr als 1.200 Verletzte forderten.

Der Iran fordert von den USA die Verpflichtung, die israelische Aggression an allen Fronten einzudämmen, insbesondere im Südlibanon und in Beirut. Washington vertritt die Auffassung, dass der mit dem Iran vereinbarte zweiwöchige Waffenstillstand sich auf den direkten Konflikt zwischen beiden Ländern beschränkt und keine Auswirkungen auf die militärischen Aktionen Israels im Libanon hat.

4. Reparationen und eingefrorene Vermögenswerte
Ein weiterer Streitpunkt ist, dass der Iran eine wirtschaftliche Entschädigung für den Krieg fordert, den die USA und der Iran am 28. Februar gegen die Islamische Republik begonnen haben.

– Die Forderung des Iran: Vollständige Aufhebung der Sanktionen und sofortige Rückgabe eingefrorener Gelder als Vorbedingung.

– Die Antwort der USA: Jede finanzielle Entlastung ist an die Unterzeichnung des Atomabkommens unter den Bedingungen von Vance geknüpft.

5. Pakistan fordert die Rettung des Waffenstillstands
Die pakistanische Vermittlung beendete die Gespräche am Sonntag und forderte die Parteien auf, den am vergangenen Mittwoch erzielten Waffenstillstand weiterhin einzuhalten.

„Es ist unerlässlich, dass die Parteien ihre Verpflichtung zum Waffenstillstand weiterhin einhalten“, erklärte der pakistanische Außenminister Ishaq Dar in einer Stellungnahme.

Die große Unbekannte nach der Abreise der Delegationen ist, ob der Dialog gescheitert ist oder ob er in eine Phase des „fernen Drucks“ eingetreten ist.

– Das „endgültige Angebot“ der USA: Vance machte deutlich, dass die US-Delegation nicht mit leeren Händen abreist, sondern einen formellen und endgültigen Vorschlag auf dem Tisch hinterlassen hat. „Wir verlassen diesen Ort mit einem sehr einfachen Vorschlag, einer Einigungsmethode, die unser endgültiges und bestes Angebot darstellt“, erklärte er.

– Die „fortgesetzte Diplomatie“ des Iran: Die iranische Regierung hat bekräftigt, dass „die Diplomatie niemals endet“ und dass die Konsultationen mit „befreundeten und benachbarten Ländern“ (wie Pakistan) fortgesetzt werden.

Quelle: Agenturen