GASPAR BENNÀSSAR I MONER

Gaspar Bennàssar i Moner wurde am 18. August 1869 in einem Haus in Palma in der Calle Vallseca geboren. Er absolvierte sein Abitur am Instituto Balear, das sich damals in der ehemaligen Jesuitenschule der Calle Monti-sion befand. Im Jahre 1899 erlangte er an der Hochschule für Architektur von Madrid den Titel des Architekten. Noch im selben Jahr, am 30. Dezember, wurde er zum Diözesan-Architekten von Menorca ernannt.

1900 erstellte er die Baupläne für das Theater „Teatro Lírico“, dessen Gebäude jedoch schon 1968 niedergerissen werden sollte. 1901 erlangte er per Auswahlverfahren das Amt des Stadtarchitekten von Palma, das er bis zu seinem Tod ausfüllen sollte. Er war Hauptbeauftragter der Durchführung des Plan de Ensanche, einem Plan zur Stadterweiterung, der von Bernat Calvet entworfen wurde. Eine seiner ersten Amtshandlungen war urbanistisch gesehen von einschneidender Bedeutung: Ab 1902 leitete der den Abriss der Stadtmauern, und eröffnete die Boulevards und Straßen des Neubaugebietes.

1903 heiratete er Amèlia Munar, die ihm drei Kinder schenkte. Er war ein äußerst produktiver Architekt und nicht umsonst war er unter dem Spitznamen „s’Arquitecte” bekannt. Sein Werk ist geprägt von einem eklektischen und historizistischen Ausdruck, jedoch mit sehr bedeutenden Beiträgen im Modernisme-Stil. 1904 entwarf er das vom Modernisme-Stil beeinflusste Gebäude der Sparkasse Caixa d’Estalvis. 1905 plante er die Wohnsiedlung an der Plaza d’Espanya mit der beliebten Wetterstation (1910). 1906 entwarf er den Städtischen Schlachthof, für den er bei der Exposición Nacional de Bellas Artes (Nationalen Ausstellung für Schöne Künste) ausgezeichnet wurde. Das Gebäude wurde im Jahre 1909 eingeweiht. In einem weiteren modernistischen Gebäude, das sich eindeutig der Strömung der Art Nouveau zuordnen lässt, befindet sich das Kaufhaus El Águila aus dem Jahre 1909. An diesem Projekt arbeitete er zusammen mit Jaume Alenyà, mit dem er sein Architekturbüro teilte. 1906 entwarf er auch das Hotel Príncipe Alfonso an der Cala Major. Im Jahre 1909 plante er das Gebäude El Triquet, das, wie auch das vorstehend genannte Hotel im Neomudejarstil erbaut wurde.

Die Werke von Bennàssar –er selbst unterzeichnete als Bennazar— entstehen in einem atemberaubend schnellen Rhythmus: 1910 entwarf er den Paseo de Sagrera und leitete die Bauarbeiten hierzu, 1912 weihte er die Escuela Graduada ein, 1916 beendete er den Bau an der Bar Cristal mit modernistischen Elementen, die sich in die Strömung des Wiener Sezessionismus einordnen lassen, und 1918 erbaute er die Treppenstufen des Mirador (Aussichtspunktes) der Kathedrale.

Die letzte Schaffensphase Bennàssar (1920-1933) ist beherrscht von einem eklektischen und neobarocken Ausdruck, mit einigen Werken im Neorenaissancestil. Aber er zählt auch neogotische Werke zu den seinen, wie die Pfarrkirche von Esporles, die 1923 eingeweiht wurde, und den eindrucksvollen Glockenturm der Kirche Els Dolors von Manacor (1929). Bedeutende Werke aus dieser Schaffensphase sind Can Tous (1922) Can Bibiloni (1928), Cas Nét (1929) und die Stierkampfarena, das berühmte Coliseo Balear (1929), sowie das Gebäude des ehemaligen Kinos Cine Born (1931).

Im Januar 1933 starb er in Barcelona , während er an einem Architekturkongress teilnahm. 1996 wurde er zum Berühmten Sohn von Palma ernannt.

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