Der trockene Sommer macht der spanischen Urlaubsinsel immer mehr zu schaffen – inzwischen herrscht vielerorts akuter Wassermangel. Die Gemeinde Deià an der Westküste verschärft deshalb ihre Sparmaßnahmen. In mehreren Ortsteilen wird ab sofort an drei Tagen pro Woche die Wasserversorgung komplett eingestellt. Bürgermeister Joan Ripoll will das Wasser bis auf weiteres montags, mittwochs und freitags abdrehen.
Auch das Luxushotel La Residencia war am Montag (04.08.2025) von dem Beginn der Aktion betroffen. „Es ist jedes Jahr das gleiche Spiel. Wir waren darauf vorbereitet, die Situation ist nicht neu für uns”, sagte der stellvertretende Hoteldirektor Jordi Vicens im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.
Die Gäste des Nobelhauses im beliebten Urlaubsort können sich aber weiterhin duschen. Das Hotel verfügt über einen großen Wassertank. „Dennoch müssen wir täglich den Tanklaster bestellen, um unsere Wasservorräte aufzufüllen”, erklärt Vicens. Der Nachschub kommt aus einem Brunnen in Sóller.
Das Fünf-Sterne-Hotel hat seinen Garten bereits umgestaltet, um mit mediterranen Pflanzen weniger gießen zu müssen. „Im Endeffekt brauchen aber auch die Zitronenbäume Wasser. Die wollen wir nicht vertrocknen lassen.“
Laut dem Rathaus in Deià beträgt der wöchentliche Wasserverbrauch in der Gemeinde derzeit 3,3 Millionen Liter. Rund 37 Prozent davon lässt die Gemeinde in diesem Sommer per Lastwagen anliefern. Vor allem den Großverbrauchern wurde nun der Hahn zugedreht. Die Maßnahme soll so lange gelten, bis sich die unterirdischen Wasserspeicher erholt haben. Das Hotel La Residencia geht von zwei Monaten aus.
Besonders schlimm ist die Wasserknappheit in der Inselmitte Mallorcas. Die Balearen-Regierung stuft die Lage dort bereits als prekär ein. In Pla de Mallorca erwägt man, mehrere der 14 Gemeinden der Region zum Notstandsgebiet zu erklären. So könnte die Wasserversorgung kurzfristig per Tanklastwagen gesichert werden, die Kosten würde die Regierung der Balearen tragen. „Es ist kein angenehmer Schritt, denn er bringt strenge Einschränkungen im Wasserverbrauch mit sich – öffentlich wie privat. Aber wir haben keine andere Wahl”, sagte Pla-Präsidentin Joana Maria Pascual vorige Woche.
Quelle: Agenturen




