Die Wasserversorgung auf Mallorca ist ein komplexes Thema, das weit über die saisonalen Einschränkungen hinausgeht. Obwohl die Regierung kontinuierlich an Verbesserungen arbeitet, bleibt die Trinkwasserqualität in einigen Regionen der Insel eine Herausforderung.
Ein Dutzend Dörfer, hauptsächlich im Landesinneren und im Llevant gelegen, sind nicht vollständig an das zentrale Wassernetz von ABAQUA angeschlossen und somit stark auf lokale Brunnen angewiesen. Diese Brunnen weisen oft Qualitätsprobleme auf, insbesondere hohe Nitrit- und Salzgehalte, die das Wasser ungenießbar machen.
Um dieses Problem anzugehen, hat die Regierung ein Projekt zur Ausweitung des Wasserversorgungsnetzes initiiert. Ziel ist es, diese abgelegenen Orte schrittweise an das zentrale Netz anzuschließen, das eine Mischung aus entsalztem Wasser und qualitativ hochwertigem Grundwasser führt. Dies soll die Abhängigkeit von problematischen lokalen Brunnen reduzieren.
Im vergangenen September wurde Ariany bereits an das Netz angeschlossen, und weitere Anschlüsse für Petra, Manacor und ein Ausgleichsbecken sind geplant. Das Ministerium für Meer und Wasserkreislauf hat diese Arbeiten mit einer Gesamtinvestition von 21 Millionen Euro ausgeschrieben.
Langfristig ist geplant, die Achse bis zu den Küstenorten des Llevant (Calas de Mallorca, s’Illot…) zu erweitern, wo die Wasserqualität derzeit stark von den Grundwasserleitern abhängt. Eine neue Leitung nach Maria de la Salut und Sineu, die ebenfalls zu einem Ausgleichsreservoir führt, ist ebenfalls in Planung.
Trotz dieser Bemühungen wird das Problem des nicht trinkbaren Wassers auf Mallorca nicht sofort gelöst sein. In den Gemeinden, die an das Hochleitungsnetz angeschlossen sind, wird zwar eine deutliche Verbesserung der Wasserqualität erwartet, aber die Erholung der Grundwasserleiter wird Jahre dauern. Auch nach der Reduzierung der Wasserentnahmen sind weiterhin strenge Kontrollen erforderlich.
Gemeinden, die noch nicht an das zentrale Netz angeschlossen sind, müssen weiterhin auf lokale Lösungen wie neue Anschlüsse, kleine Abschnitte des Hochleitungsnetzes und spezifische Aufbereitungsmaßnahmen setzen.
Die Frage, in welchen Dörfern und Städten das Leitungswasser nicht trinkbar ist, ist nicht einfach zu beantworten, da es keine einheitlichen, aktuellen und leicht zugänglichen Daten zur Trinkwasserqualität auf den Balearen gibt. Das Nationale Informationssystem für Trinkwasser (SINAC) des Gesundheitsministeriums bietet jedoch einen Überblick über die Analysen und Berichte zur Trinkwasserqualität in Spanien. Laut SINAC lieferten am 31. Dezember 2023 neun von 53 Gemeinden Mallorcas nicht in allen ihren Ortschaften Wasser, das für den menschlichen Gebrauch geeignet war: Ariany, Costitx, Felanitx, Manacor, Sencelles, Santa Margalida, Santanyí, Sineu und Vilafranca.
In einigen dieser Gemeinden (Costitx, Santanyí, Sineu und Vilafranca) galt das gesamte Leitungswasser als nicht trinkbar, während in anderen (Felanitx, Manacor, Sencelles und Santa Margalida) die Situation gemischt war. Seitdem wurden jedoch lokale Verbesserungen umgesetzt, darunter Anschlüsse an das Hochdrucknetz, Verbesserungen der Aufbereitung und Mischungen mit entsalztem Wasser, um die Trinkwasserbeschränkungen aufzuheben.
Der kürzliche Anschluss von Ariany an das Netz ist ein Beispiel dafür. Es ist wichtig zu beachten, dass die Entscheidungen darüber, ob das Wasser geeignet ist oder nicht, vom Gesundheitsamt und den Gemeinden auf der Grundlage der Analyseergebnisse getroffen werden und sich nach jeder Kampagne ändern können. Die Situation ist also dynamisch und erfordert eine kontinuierliche Überwachung und Anpassung der Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität auf Mallorca.
Quelle: Agenturen


