GEORGE SAND

Die Schriftstellerin George Sand, eigentlich Aurore Lucile Dupin, wurde am 1. Juli 1804 in Paris geboren. Da sie ihren Vater schon mit 4 Jahren verlor, verlebte Aurore ihre Kindheit im Hause ihrer Großmutter väterlicherseits in Nohant, einem Landhaus, das zum Teil ihr Leben und Werk prägen würde. Im Jahre 1822 heiratete sie Baron Casimir Dudevant, mit dem sie zwei Kinder hatte: Maurice (geboren im Jahr 1823) und Solange (geboren 1828). Die damalige Baronin Dudevant trennte sich 1830 von ihrem Mann und führte fortan ein turbulentes Liebesleben.

Im Jahre 1831, sie wohnte schon in Paris, veröffentlichte sie ihren ersten Roman, Rose et Blanche, den sie zusammen mit Jules Sandeau, ihrem Liebhaber, geschrieben hatte, der sie zu ihrem Pseudonym Sand inspirierte.

In ihren ersten Romanen bringt sie die Suche nach dem persönlichen Glück mit einer sozialen Wiederbelebung in Zusammenhang. So handeln die Romane Indiana (das Werk, in dem sie zum ersten Mal ihr Pseudonym George Sand benutzt, 1832) und Lélia (1833), beide in einem lyrischen Tonfall gehalten, von der Liebe, die sich gegen die weltlichen Konventionalismen und die sozialen Vorurteile auflehnt, mit denen sich George Sand, angestoßen von den folgenden Liebesverhältnissen mit Alfred de Musset (1833-35) und Frédéric Chopin auseinandersetzte. In der Zeit mit Musset schrieb sie die Romane Jacques (1834), André (1835) und kurz darauf Mauprat (1837). Mit Frédéric Chopin lebte sie fast 10 Jahre (von 1838 bis 1847) zusammen.

Im November 1838 folgte sie dem polnischen Komponisten mit ihren Kindern auf die Reise nach Mallorca. Sie schifften sich an Bord des Dampfers El Mallorquín ein. Zunächst kamen sie im Landhaus Son Vent in Establiments unter und späterhin in einer Zelle in der Kartause von Valldemossa, bis sie am 13. Februar 1839 den Entschluss fassten, die Insel zu verlassen. 1841 veröffentlichte sie das polemische Werk Un Hiver à Majorque (Ein Winter auf Mallorca), in dem sie, neben der Beschreibung der Landschaft Mallorcas, sämtliche Ärgernisse, Unannehmlichkeiten und unangenehme Zwischenfälle schildert, die sie in direkter Konfrontation mit den Bewohnern von Valldemossa erleiden mussten.

Im Jahre 1841 gründete sie zusammen mit Pierre Leroux die Zeitschrift Revue Indépendante. Aus dieser Zeit, die von dem ihr vorschwebenden gesellschaftlichen Wandel und ihren humanitären Idealen geprägt war, stammen die Romane Spiridion (1839), Le Compagnon du tour de France (1841) –dieses Werk wird als erster französischer Roman mit einem Arbeiter als Romanheld angesehen–, Horace (1842), Consuelo (1843), La comtesse de Rudolstadt (1844), Le Meunier d’Angibault (1845) und Le péché de Monsieur Antoine (1846).

George Sand pflegte Beziehungen mit fortschrittlichen Demokraten und feierte im Jahre 1848 aktiv den Sturz des Königs Louis Philippe und das Ende der Monarchie. Mit der Rückkehr von Louis Bonaparte zog sie sich nach Nohant zurück, wo sie einen Großteil ihres restlichen Lebens verbringen sollte. Sie setzte sich für die Rechte der Frauen und für ihre politischen Ideen ein; sie pflegte eine freundschaftliche Beziehung zu Flaubert und Théophile Gautier, und ging bei den Brüdern Jules und Edmond Goncourt ein und aus.

Sie veröffentlichte mehrere Romane über das Landleben, das sie mit La mare au diable (1846) begonnen hatte: François le Champi (1848), La petite Fadette (1849) und Les maîtres sonneurs (1853). In reifem Alter schrieb sie eine Reihe idyllischer Erzählungen: Le Marquis de Villemer (1861), Mademoiselle La Quintinie (1863) und Laura (1864). Sie starb am 8. Juni 1876 im Alter von 72 Jahren in Nohant. Victor Hugo erklärte anlässlich des Todes der romantischen Schriftstellerin: «Ich beweine eine Verstorbene, und grüße eine Unsterbliche!».

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