Gepflegtes Warten auf den Sensenmann

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In Spanien starben im Jahr 2025 schätzungsweise mehr als 32.700 Menschen, während sie auf Hilfe im Rahmen des Gesetzes über Pflegebedürftigkeit warteten. Dies geht aus einem neuen Bericht des Observatorio Estatal para la Dependencia hervor, der die Wartezeiten und die Bearbeitung von Anträgen auf Pflege und Unterstützung analysiert.

Aus den Zahlen geht hervor, dass Ende 2025 insgesamt 258.167 Menschen auf der Warteliste standen. Dabei handelt es sich sowohl um Personen, die noch auf eine erste Beurteilung ihrer Situation warten, als auch um Menschen, die bereits als pflegebedürftig anerkannt sind, aber die bewilligte Hilfe noch nicht erhalten haben.

Ein großer Teil der Gesamtzahl der Verstorbenen starb sogar, bevor ihr Antrag inhaltlich geprüft worden war. Andere hatten bereits Anspruch auf Pflege, starben jedoch, während sie darauf warteten, dass diese Pflege tatsächlich verfügbar wurde. Dadurch bleiben sie und ihre Familien vollständig auf die Pflege durch Angehörige angewiesen.

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Die Probleme sind nicht gleichmäßig über Spanien verteilt. Fast zwei Drittel der Todesfälle während der Wartezeit ereigneten sich in vier autonomen Regionen: Katalonien, Andalusien, der Region Valencia und den Kanarischen Inseln. Gerade in diesen Gebieten sind die Wartezeiten am längsten und der Druck auf die Sozialdienste am größten.
Die durchschnittliche Wartezeit für eine Entscheidung betrug im Jahr 2025 etwa 341 Tage. Das ist fast doppelt so viel wie die gesetzlich zulässigen maximal 180 Tage. Trotz leichter Verbesserungen in einigen Regionen bleibt die Situation auf nationaler Ebene besorgniserregend.

Das Sozialministerium wendet eine andere Zählweise an und berücksichtigt nur Personen, die länger als sechs Monate warten. Nach diesen offiziellen Zahlen standen Ende 2025 mehr als 152.000 Personen auf der Warteliste. Sozialorganisationen sind der Meinung, dass diese Methode das tatsächliche Ausmaß des Problems verschleiert.

Interessenverbände sprechen von einem stillen Drama, das sich Jahr für Jahr wiederholt. Sie fordern die Regierung auf, schneller zu handeln, mehr Mittel bereitzustellen und zu verhindern, dass schutzbedürftige Menschen sterben, ohne die Pflege zu erhalten, auf die sie Anspruch haben.

Quelle: Agenturen